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Wednesday, November 24, 2021

Flüchtlinge im Ärmelkanal: Viele Tote bei Bootsunglück | tagesschau.de - tagesschau.de

Stand: 24.11.2021 18:58 Uhr

Mindestens 27 Flüchtlinge sind bei der Überfahrt über den Ärmelkanal gestorben. Ihr Schiff war zuvor gekentert. Die französische Marine konnte mehrere Verunglückte in Sicherheit bringen - einige schweben in Lebensgefahr.

Beim Kentern eines Flüchtlingsbootes im Ärmelkanal sind offiziellen Angaben zufolge mindestens 27 Menschen gestorben. Das Unglück ereignete sich vor der Küste von Calais. Zunächst waren fünf Tote gemeldet worden. Premierminister Jean Castex sprach von einer "Tragödie". Innenminister Gérald Darmanin will zum Ort des Unglücks reisen.

Hubschrauber suchen nach Überlebenden

Die Besatzung eines Bootes der französischen Marine habe am Nachmittag vor der Küste von Calais mehrere Menschen im Wasser treiben sehen, teilte das Innenministerium in Paris mit. Viele von ihnen konnten nur noch tot geborgen werden, mehrere Schiffbrüchige wurden teils bewusstlos von der Marine an Bord genommen.

Wie die Maritime Präfektur während der noch laufenden Rettungsaktion mitteilte, habe ein Fischerboot einen Notruf abgesetzt, wonach sich mehrere Migranten in Seenot im Ärmelkanal befänden. Drei Rettungsschiffe und zwei Hubschrauber seien daraufhin zum Einsatz gekommen. Sie hätten mehrere Verunglückte aus dem Wasser holen können, einige seien in Lebensgefahr. Aus der Luft und per Boot werde im Meer nach möglichen weiteren Schiffbrüchigen gesucht.

Bereits 7800 Menschen aus Seenot gerettet

Nach Angaben der zuständigen Präfektur ist die Zahl der versuchten Überfahrten von Frankreich nach Großbritannien seit Beginn des Jahres auf 31.500 gestiegen. Damit hat sie sich seit August verdoppelt. Etwa 7800 Menschen wurden aus Seenot gerettet. Insgesamt sind 2021 bislang mindestens zwölf Menschen gestorben oder gelten als vermisst. Die Überfahrten von Migranten nach Großbritannien tragen erheblich zu den Spannungen zwischen Paris und London bei.

Die Migranten nutzen oft seeuntaugliche Boote und zahlen Schleppern hohe Preise. Viele wollen nach Großbritannien, weil sie die Sprache sprechen und dort bereits Bekannte oder Verwandte haben. Der Anstieg der Zahlen seit August dürfte damit zu tun haben, dass die Überfahrt mit den sinkenden Temperaturen demnächst noch gefährlicher wird. "Man kann nicht oft genug betonen, wie kriminell die Schlepper sind, die diese Überfahrten organisieren", sagte Innenminsiter Darmanin.

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