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Tuesday, July 13, 2021

Viele haben sich beruflich umorientiert: Gastro-Branche im Kreis Ludwigsburg fehlt Personal - Bietigheimer Zeitung

Auch seine Namensvetterin Sarah Koppe aus Besigheim kann ein Lied von Personalknappheit singen. „Vieel haben im Lockdown gemerkt, dass Regale einräumen im Supermarkt auch ganz angenehm sein kann“, sagt sie. Sarah Koppe betreibt mit ihrem Mann den „Hirsch“ in Besigheim. „In der Gastronomie muss man halt noch richtig schaffen. Das wollen immer weniger“, sagt die Gastwirtin und gelernte Konditorin. Diese schon vor Corona erkennbare Entwicklung habe sich nun noch einmal vestärkt. Für Sarah Koppe hat das aber nichts mit dem Gehalt zu tun. „Wir zahlen mehr als den Mindestlohn für unsere Aushilfen, aber die Arbeitszeiten sind eben nicht so attraktiv wie im Einzelhandel“, meint sie.

Hygienevorschriften erschweren den Job

Zur Attraktivitätssteigerung der Jobs in der Gastrobranche trügen zudem die Hygienevorschriften nicht unbedingt bei: „Wir müssen immer mit Mundschutz arbeiten, und die Gäste haben oft wenig Verständnis für Verzögerungen wegen der Hygienevorschriften.“ Die Gastronomin sieht für die Zukunft der Branche bezüglich des Personals eher schwarz. In ihrem Restaurant gebe es an den Tischen auch schon Barcodes, mit deren Hilfe der Gast selbst bestellen könne. „Aber wir sind ja Gastwirte und wollen eigentlich gerne bedienen“, sagt sie.

Dass die Branche von dem derzeitigen Personalmangel unterschiedlich bertroffen ist, zeigt das Beispiel von Tim Heilig. Der Betreiber des Paulaner Biergartens in Bietigheim stimmt zu, soweit es um die Schwierigkeit geht, Personal für den Service zu aquirieren. „Das war aber auch schon vor Corona nicht leicht für uns“, sagt er. Von kaum Problemen bei der Personalgewinnung berichtete der Betreiber der Lama-Bar in Bietigheim, Selim Rakaj. 

Info Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit beschäftigte das Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis Ludwigsburg zum Jahreswechsel 5813 Menschen. Genau ein Jahr zuvor – vor Ausbruch der Pandemie – waren es noch 6820. Damit haben innerhalb von zwölf Monaten 15 Prozent der Beschäftigten die Branche verlassen.

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