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Sunday, September 25, 2022

Kapitalmarkt als Geldquelle: Warum viele Firmen die Börse scheuen - Stuttgarter Nachrichten

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac entschied sich 2020 für einen Börsengang in den USA. Foto: dpa/Uncredited

Porsche strebt aufs Parkett. Doch im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland recht wenig Börsengänge. Die Politik will das ändern.

Am Donnerstag prescht Porsche an die Börse. Ein Schritt, den in Deutschland auch in besseren Zeiten recht wenige Unternehmen wagen. Wir erklären die Hintergründe.

Was bringt ein Börsengang überhaupt?

Zunächst einmal bringt der Verkauf von Aktien – also Unternehmensanteilen – natürlich Geld. Im Vergleich zu Krediten und Anleihen biete eine Finanzierung über die Börse den Vorteil, dass das Eigenkapital gestärkt werde, erläutert Kristina Borrmann, Unternehmensberaterin und Mitglied der Kommission Steuern und Finanzen beim Bundesverband der Mittelstand (BVMW). „Mit einer höheren Eigenkapitalquote kommen Unternehmen später wiederum günstiger an Kredite.“ Ist die Gesellschaft einmal an der Börse notiert, kann sie außerdem durch die Ausgabe neuer Aktien vergleichsweise leicht ihr Kapital erhöhen. Den größten Vorteil einer Börsennotierung sehen Firmen, die diesen Schritt getan haben, allerdings in der Steigerung ihres Bekanntheitsgrads. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Aktieninstituts (DAI) von 2018 hervor.

Was kostet ein Börsengang?

Neben den Gebühren für die Börsenzulassung und den Ausgaben für den Wertpapierprospekt entstehen Kosten für Berater, Wirtschaftsprüfer, Anwälte und die Banken, die den Börsengang begleiten. Bei kleineren Börsengängen fallen diese Kosten besonders ins Gewicht: Laut Schätzungen der European IPO Task Force, einer Interessenvertretung von Börsen, Investoren und Unternehmensberatungen, werden bei Börsengängen mit einem Volumen unter 50 Millionen Euro bis zu zehn Prozent der Erlöse von den Kosten aufgefressen. Hinzu kommen Folgekosten für das Erstellen von Finanzberichten, die Organisation von Hauptversammlungen und die Einrichtung eines Aufsichtsrats.

Gibt es weitere Nachteile?

Wenn eine GmbH neue Gesellschafter ins Boot holt, weiß sie, auf wen sie sich einlässt. Ein börsennotiertes Unternehmen muss dagegen hinnehmen, wenn durch den Erwerb bedeutender Aktienpakete der Einfluss von Investoren wächst, die man sich nicht gewünscht hat. „Auch die Furcht vor feindlichen Übernahmen ist für viele Unternehmen ein Thema“, sagt Unternehmensberaterin Borrmann. Zudem müssen sich börsennotierte Firmen mit Analysten und Journalisten auseinandersetzen, die ihre Finanzberichte studieren. Auch die Konkurrenz könne auf diese Weise börsennotierten Unternehmen in die Karten schauen, gibt Borrmann zu bedenken: „Das kann ein Wettbewerbsnachteil sein.“

Trotzdem gibt es in anderen Ländern mehr Börsengänge . . .

Für Aufsehen sorgte in der Coronakrise, dass ausgerechnet die beiden Impfstoff-Entwickler Biontech und Curevac in den USA an die Börse gingen. Auch die Aktienmärkte in Schweden, den Niederlanden und Großbritannien sind, gemessen an der Wirtschaftsleistung, viel größer als in Deutschland. Das zeigt ein Gutachten, das die Beratungsgesellschaft Oxera 2021 für das Bundeswirtschaftsministerium erstellte. Von guten Erfahrungen mit dem schwedischen Kapitalmarkt berichtet auch der Chef der Börse Stuttgart, Matthias Voelkel: „Wir haben an unserer Tochterbörse Nordic Growth Market in Schweden rund 80 kleine und mittlere Unternehmen gelistet. Es ist begeisternd, wenn junge, wachsende Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt bekommen. Da sind die Schweden fünf bis zehn Jahre weiter als wir in Deutschland.“

Wie kommt das?

In Schweden läuft die Börsenzulassung laut Oxera-Gutachten deutlich schneller ab als hierzulande. Außerdem wird dort seit der Jahrtausendwende ein Teil der Rentenversicherungsbeiträge in Aktienfonds angelegt. In den Kapitalmarkt fließen dadurch gewaltige Summen. „Wenn die Nachfrage nach Aktien zunimmt, können Unternehmen durch Börsengänge auch mehr Geld einsammeln“, sagt Sven Streibel, Chef-Aktienstratege der DZ Bank. Je mehr Investoren und Börsenaspiranten es gibt, desto mehr lohne es sich auch für Emissionsbanken und Analysten, Expertise für verschiedene Branchen bereitzustellen – was wiederum weitere Börsengänge begünstige, heißt es in einer Studie des Aktieninstituts. Dies sei ein wesentlicher Grund, warum die US-Börsen auch deutsche Unternehmen anzögen. Aber auch die Attraktivität kleinerer Finanzplätze lässt sich steigern: Seit 2010 ist die Zahl der Börsennotierungen in Schweden laut Oxera-Gutachten um 80 Prozent gestiegen.

Was tut die deutsche Politik?

Bundesfinanzminister Christian Lindner und Justizminister Marco Buschmann (beide FDP) haben im Juni Eckpunkte für ein „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ vorgelegt. Es sieht unter anderem vor, die Anforderungen an eine Börsenzulassung für kleine und mittlere Unternehmen zu erleichtern.

Zudem soll Start-ups und Wachstumsunternehmen die Ausgabe von Mehrfachstimmrechtsaktien ermöglicht werden. Gründer, die ihr Unternehmen an die Börse bringen, könnten sich so mehr Kontrolle sichern. Zwar können Unternehmen den Einfluss neuer Aktionäre schon heute dadurch einschränken, dass sie stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgeben – wie Porsche. Für junge Unternehmen sei dies aber keine Lösung, heißt es im Oxera-Gutachten. Vor dem Börsengang finanzieren sich viele Start-ups nämlich über Wagniskapitalgeber, die für ihr Geld Mitspracherechte einfordern. Ein Investitionsanreiz für diese Geldgeber besteht gerade darin, bei einem Börsengang ihre Anteile wieder zu Geld zu machen – was nur funktioniert, wenn sie ihre mit Stimmrecht ausgestatteten Aktien verkaufen können.

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Kapitalmarkt als Geldquelle: Warum viele Firmen die Börse scheuen - Stuttgarter Nachrichten

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac entschied sich 2020 für einen Börsengang in den USA. Foto: dpa/Uncredited

Porsche strebt aufs Parkett. Doch im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland recht wenig Börsengänge. Die Politik will das ändern.

Am Donnerstag prescht Porsche an die Börse. Ein Schritt, den in Deutschland auch in besseren Zeiten recht wenige Unternehmen wagen. Wir erklären die Hintergründe.

Was bringt ein Börsengang überhaupt?

Zunächst einmal bringt der Verkauf von Aktien – also Unternehmensanteilen – natürlich Geld. Im Vergleich zu Krediten und Anleihen biete eine Finanzierung über die Börse den Vorteil, dass das Eigenkapital gestärkt werde, erläutert Kristina Borrmann, Unternehmensberaterin und Mitglied der Kommission Steuern und Finanzen beim Bundesverband der Mittelstand (BVMW). „Mit einer höheren Eigenkapitalquote kommen Unternehmen später wiederum günstiger an Kredite.“ Ist die Gesellschaft einmal an der Börse notiert, kann sie außerdem durch die Ausgabe neuer Aktien vergleichsweise leicht ihr Kapital erhöhen. Den größten Vorteil einer Börsennotierung sehen Firmen, die diesen Schritt getan haben, allerdings in der Steigerung ihres Bekanntheitsgrads. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Aktieninstituts (DAI) von 2018 hervor.

Was kostet ein Börsengang?

Neben den Gebühren für die Börsenzulassung und den Ausgaben für den Wertpapierprospekt entstehen Kosten für Berater, Wirtschaftsprüfer, Anwälte und die Banken, die den Börsengang begleiten. Bei kleineren Börsengängen fallen diese Kosten besonders ins Gewicht: Laut Schätzungen der European IPO Task Force, einer Interessenvertretung von Börsen, Investoren und Unternehmensberatungen, werden bei Börsengängen mit einem Volumen unter 50 Millionen Euro bis zu zehn Prozent der Erlöse von den Kosten aufgefressen. Hinzu kommen Folgekosten für das Erstellen von Finanzberichten, die Organisation von Hauptversammlungen und die Einrichtung eines Aufsichtsrats.

Gibt es weitere Nachteile?

Wenn eine GmbH neue Gesellschafter ins Boot holt, weiß sie, auf wen sie sich einlässt. Ein börsennotiertes Unternehmen muss dagegen hinnehmen, wenn durch den Erwerb bedeutender Aktienpakete der Einfluss von Investoren wächst, die man sich nicht gewünscht hat. „Auch die Furcht vor feindlichen Übernahmen ist für viele Unternehmen ein Thema“, sagt Unternehmensberaterin Borrmann. Zudem müssen sich börsennotierte Firmen mit Analysten und Journalisten auseinandersetzen, die ihre Finanzberichte studieren. Auch die Konkurrenz könne auf diese Weise börsennotierten Unternehmen in die Karten schauen, gibt Borrmann zu bedenken: „Das kann ein Wettbewerbsnachteil sein.“

Trotzdem gibt es in anderen Ländern mehr Börsengänge . . .

Für Aufsehen sorgte in der Coronakrise, dass ausgerechnet die beiden Impfstoff-Entwickler Biontech und Curevac in den USA an die Börse gingen. Auch die Aktienmärkte in Schweden, den Niederlanden und Großbritannien sind, gemessen an der Wirtschaftsleistung, viel größer als in Deutschland. Das zeigt ein Gutachten, das die Beratungsgesellschaft Oxera 2021 für das Bundeswirtschaftsministerium erstellte. Von guten Erfahrungen mit dem schwedischen Kapitalmarkt berichtet auch der Chef der Börse Stuttgart, Matthias Voelkel: „Wir haben an unserer Tochterbörse Nordic Growth Market in Schweden rund 80 kleine und mittlere Unternehmen gelistet. Es ist begeisternd, wenn junge, wachsende Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt bekommen. Da sind die Schweden fünf bis zehn Jahre weiter als wir in Deutschland.“

Wie kommt das?

In Schweden läuft die Börsenzulassung laut Oxera-Gutachten deutlich schneller ab als hierzulande. Außerdem wird dort seit der Jahrtausendwende ein Teil der Rentenversicherungsbeiträge in Aktienfonds angelegt. In den Kapitalmarkt fließen dadurch gewaltige Summen. „Wenn die Nachfrage nach Aktien zunimmt, können Unternehmen durch Börsengänge auch mehr Geld einsammeln“, sagt Sven Streibel, Chef-Aktienstratege der DZ Bank. Je mehr Investoren und Börsenaspiranten es gibt, desto mehr lohne es sich auch für Emissionsbanken und Analysten, Expertise für verschiedene Branchen bereitzustellen – was wiederum weitere Börsengänge begünstige, heißt es in einer Studie des Aktieninstituts. Dies sei ein wesentlicher Grund, warum die US-Börsen auch deutsche Unternehmen anzögen. Aber auch die Attraktivität kleinerer Finanzplätze lässt sich steigern: Seit 2010 ist die Zahl der Börsennotierungen in Schweden laut Oxera-Gutachten um 80 Prozent gestiegen.

Was tut die deutsche Politik?

Bundesfinanzminister Christian Lindner und Justizminister Marco Buschmann (beide FDP) haben im Juni Eckpunkte für ein „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ vorgelegt. Es sieht unter anderem vor, die Anforderungen an eine Börsenzulassung für kleine und mittlere Unternehmen zu erleichtern.

Zudem soll Start-ups und Wachstumsunternehmen die Ausgabe von Mehrfachstimmrechtsaktien ermöglicht werden. Gründer, die ihr Unternehmen an die Börse bringen, könnten sich so mehr Kontrolle sichern. Zwar können Unternehmen den Einfluss neuer Aktionäre schon heute dadurch einschränken, dass sie stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgeben – wie Porsche. Für junge Unternehmen sei dies aber keine Lösung, heißt es im Oxera-Gutachten. Vor dem Börsengang finanzieren sich viele Start-ups nämlich über Wagniskapitalgeber, die für ihr Geld Mitspracherechte einfordern. Ein Investitionsanreiz für diese Geldgeber besteht gerade darin, bei einem Börsengang ihre Anteile wieder zu Geld zu machen – was nur funktioniert, wenn sie ihre mit Stimmrecht ausgestatteten Aktien verkaufen können.

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Bayern-Krise? WM-Prämie? Musiala will "nur spielen, egal wie viele Minuten" - kicker

Jamal Musiala steht gegen England in der Startelf. Den jungen Bayern-Profi bringt das allerdings genauso wenig aus der Fassung wie die aktuelle Krise bei seinem Münchner Klub oder die stattliche WM-Prämie. 

Bringt so schnell nichts aus der Fassung: Jamal Musiala.

Bringt so schnell nichts aus der Fassung: Jamal Musiala. IMAGO/PA Images

Aus Wembley berichtet Karlheinz Wild

Als Hansi Flick die für ihn frohe Botschaft öffentlich machte im Medienraum des Wembleystadions, stand Jamal Musiala (19) fünf Meter entfernt in einer Ecke und nahm den verbalen Querpass, dessen Inhalt er längst kannte, gerne auf. Der Nationalspieler des FC Bayern werde an diesem Montag gegen England der Startelf angehören, verriet der Bundestrainer.

Zuvor hatte Flick die offensiven wie defensiven Qualitäten dieses Ausnahmetalents hymnisch besungen. In der Offensive biete er mit seinen Dribblings Lösungen in beengten Situationen an, defensiv "ist er sehr geschickt, Jamal antizipiert sehr gut". So sei er im Angriff auf jeder Position einsetzbar oder eben als Sechser, wie beim 1:1 in den Niederlanden Ende März erfolgreich praktiziert.

Wembley: Schulturniere und EM-Aus

Musiala ist die Position auf dem Fußballplatz ziemlich egal. "Ich bin immer motiviert", sagt er, und "in England macht es mir mit meiner History noch mehr Spaß". Immer wieder baut er englische Wörter in sein Reden ein, weil er zwischen 2011 und 2019 beim FC Chelsea groß wurde. In Wembley hatte er schon einige Schulturniere, wie er erzählt, die zwei Finals wurden gewonnen.

"Richtig cool" findet er diese besondere Fußballstätte, wo er dabei war, als die deutsche Mannschaft Ende Juni 2021 bei der Europameisterschaft mit einer 0:2-Niederlage ausschied. Für Musiala begann sein Miniauftritt in der 90. plus 2. Minute. Auch für diese wenigen Sekunden ist er dankbar. "Ich will immer spielen", sagt er, "egal, wie viele Minuten".

Mit dieser entspannten Haltung greift er auch die WM in Katar an. Er wollte sich weiterentwickeln, sagt er, "der Weg ist gut geworden" - und noch lange nicht zu Ende. Mit Blick auf die WM ab Mitte November "spüre ich keinen Druck", merkt er so beiläufig an, wie er auf dem Platz agiert.

Prämien? Über Geld habe ich mir nie groß einen Kopf gemacht.

Jamal Musiala

Die kritische aktuelle Lage bei seinem Klub in München kratzt ihn ebenso wenig. Ihn treibt "immer die gleiche Einstellung", sagt er, "ich habe immer die Motivation, alles zu geben". Also ändert sich für ihn in guten wie in schlechten Bayern-Zeiten "nicht viel". Und so ist für ihn die in Leipzig vereinbarte WM-Prämie - 400.000 Euro im Falle des großen Triumphes - einerlei. "Über Geld habe ich mir nie groß einen Kopf gemacht", merkt er so treuherzig an, dass man es ihm glaubt. Entscheidend ist für einfach "die Liebe zu diesem Sport".

Möge diese jugendliche Ursprünglichkeit, den Fußball als Spiel und Spaß zu begreifen und auszuleben, noch lange anhalten bei diesem begnadeten Jung-Profi!

Nach dem überraschenden 0:1 der deutschen Nationalelf gegen Ungarn geht es nun gegen England. Es ist auch das Aufeinandertreffen zweier Ausnahme-Talente: Jamal Musiala und Jude Bellingham. Den sechsseitigen Vergleich der beiden Hoffnungsträger finden Sie in der Montagsausgabe des kicker - oder schon ab Sonntagabend im eMagazine.

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Johann Zarco (11./Ducati): «Viele Fehler in Serie» - SPEEDWEEK.COM

Proteste in Moskau: »Viele Männer verstecken sich« - DER SPIEGEL

DER SPIEGEL

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    Saturday, September 24, 2022

    Brandenburg: Viele Unregelmäßigkeiten bei Taxi-Großkontrolle entdeckt - rbb24

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    Doppelt so viele Grenzübertritte: Finnland verschärft Einreiseregeln für Russen - n-tv NACHRICHTEN

    Die Teilmobilisierung in Russland treibt viele junge Männer über die Grenzen - auch in das EU-Land Finnland. Helsinki will dem nun einen Riegel vorschieben: Touristische Reisen sind bald nicht mehr möglich, Einreisen per Schengen-Visum unterliegen dann ebenfalls strengeren Regeln.

    Finnland will die Einreise ins Land für Russen deutlich beschränken. Russischen Staatsbürgern werde es nicht mehr möglich sein, "aus touristischen Gründen" einzureisen, sagte der finnische Außenminister Pekka Haavisto. Ins Land würden russische Bürger nur noch dann kommen können, wenn es "einen anderen Grund" für eine Einreise gebe.

    Finnland hatte bereits zum 1. September die Einreisebestimmungen für Russen verschärft. Menschen mit einem Visum für den gesamten Schengen-Raum wurden aber weiter ins Land gelassen. Für sie sollen bald ebenfalls schärfere Regeln gelten. Zum Schengen-Raum gehören 22 EU-Länder sowie die Schweiz und drei weitere Staaten.

    Mit der Verschärfung der Einreisebestimmungen positioniert Finnland sich an der Seite der anderen vier EU-Staaten, die direkt an Russland angrenzen: In den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen galten bereits ähnlich strenge Regeln. Nach dem entsprechenden Beschluss der Regierung könne die Regel "sehr schnell" in Kraft treten, sagte Haavisto. Er nannte jedoch kein genaues Datum.

    Nach der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch angekündigten Teilmobilmachung der Streitkräfte hatte sich die Zahl der Einreisen russischer Staatsbürger nach Finnland verdoppelt. So reisten am Donnerstag über 6.000 Menschen ein, in der Vorwoche waren es noch 3.000 gewesen.

    Am Freitag informierte auch die an Russland grenzende zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik Kasachstan über vermehrte Einreisen aus Russland. Zuvor hatten etwa auch die Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Georgien im Südkaukasus über massenhafte Einreisen gesprochen. Flüge sind über Tage ausgebucht und mit mehreren Tausend Euro so teuer, dass es sich viele schlicht nicht leisten können. Die Ziele in früheren Sowjetrepubliken sind besonders beliebt, weil Russen dort kein Visum brauchen. Außerdem ist die russische Sprache verbreitet. Auch die Türkei ist ein Ziel für Kriegsdienstverweigerer.

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    Erneut viele Proteste gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen - NDR.de

    Stand: 01.02.2024 13:31 Uhr Wegen des Treffens von Rechtsextremisten in Potsdam haben in Niedersachsen Hunderttausende gegen Rechtsextremi...