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Wednesday, July 28, 2021

Corona-Talk bei "Lanz" | Kritik an Markus Söder: "So viele Schummeleien" - t-online.de

Die Zukunft der Corona-Maßnahmen und der Klimaschutz: Bei Lanz standen gleich zwei schwerwiegende Themen auf der Agenda. Dabei wurde hitzig diskutiert. Ganz nebenbei entlockte der Moderator VW-Chef Herbert Diess indirekt ein Geheimnis.

Wie geht es in der Corona-Pandemie weiter? Das wollte Lanz am Mittwochabend einmal mehr von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wissen. Für den Herbst müsse noch eine klare Linie gefunden werden, stellte der klar. Einige wichtige Maßnahmen waren aus Söders Sicht jedoch bereits deutlich.

Gästeliste

  • Markus Söder, CSU-Chef
  • Herbert Diess, VW-Chef
  • Lamia Messari-Becker, Bauingenieurin
  • Frank Schätzing, Autor 

"Das Impftempo massiv erhöhen", lautete einer der Schritte, den Söder, der aus München zugeschaltet war, immer wieder betonte. Schließlich verfüge Bayern bereits über genügend Impfdosen, um in 80 bis 90 Tagen alle ab 12 Jahren zu impfen. So könnte man im Herbst damit durch sein – stattdessen gebe es jedoch einen "Strömungsabriss".

Einen weiteren Schritt, den Söder für nötig hält, ist die Rückgabe von maximalen Freiheiten an vollständig Geimpfte. Einerseits sei das im Sinne der Verfassung, andererseits schaffe es für diejenigen, die sich bisher noch nicht impfen lassen wollten, Anreize. Darüber hinaus sollten Corona-Tests auf Dauer kostenpflichtig werden.

"Wer partout nicht will, und das respektiere ich, aber der muss dann auch die Konsequenz und die Verantwortung dafür übernehmen", so der CSU-Chef bei Lanz über Gegner der Covid-Impfung. Eine "Impfpflicht durch die Hintertür" wollte er in seinem Ansatz nicht erkennen. Stattdessen setze er auf Eigenverantwortung und Einsicht. "Jeder, der mehr Öffnungen fordert, der muss doch erkennen, dass der einzige Weg das Impfen ist", so der Ministerpräsident.

Schnelleres Vorankommen forderte Söder nicht nur in Sachen Impfung, sondern auch mit Blick auf eine Einführung der Testpflicht für Urlaubs-Rückkehrer. Die solle so bald wie möglich umgesetzt werden, damit sie mit Blick auf die endenden Sommerferien auch noch Sinn ergibt. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch einen Starttermin noch offengelassen.

Einigkeit zwischen Laschet und Söder?

Lanz ließ es sich nicht nehmen aufzuzeigen, dass CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet seiner Meinung nach angesichts der nächsten Schritte in der Pandemie manche Dinge "diametral anders" sehe als Söder. So sei bei Laschet beispielsweise nicht die Rede davon, dass die Deutschen auf Dauer ihre Tests selbst bezahlen müssten.

"Sie haben recht, dass der Akzent etwas anders ist", wiegelte Söder ab. "Beim Thema kostenlose Tests hat Armin Laschet schon gesagt, stimmt er mir zu", so der CSU-Chef jedoch weiter.

Doch mit so viel vermeintlicher Einigkeit, wollte Lanz Söder nicht davonkommen lassen. "Wie finden Sie eigentlich den Wahlkampf von Armin Laschet bisher?", wollte der Moderator deswegen von ihm wissen.

Der CSU-Chef lieferte jedoch eine vorsichtig breit aufgestellte Antwort: Insgesamt leide der Wahlkampf derzeit darunter, dass zu viel über "Nebensächlichkeiten" geredet werde. Stattdessen müsse die verbleibende Zeit dazu genutzt werden, um Unterschiede darzulegen und aufzuzeigen, was es bedeute, wenn man diese oder jene Partei wähle.

In dieser Hinsicht müsse an der ein oder anderen Stelle "ein Zahn zugelegt" werden, so Söder. Mit Blick auf die Grünen stellte er klar: Es reiche nicht, darauf zu vertrauen, dass der Gegner ständig Fehler macht.

Söder äußert vorsichtige Kritik am Wahlprogramm der Union

Ein bisschen mehr Kritik entlockte Lanz dem CSU-Chef dann schließlich aber doch noch – und zwar beim Thema CDU/CSU-Parteiprogramm. "Ich bin ein braver, ganz treuer, gemeinsamer Unionswahlkämpfer – unterstütze dieses Wahlprogramm", hatte Söder in der Sendung getönt und von Lanz den Kommentar geerntet, er habe "selten so viele kleinere Schummeleien in einem Satz gehört."

Als der Moderator schließlich wissen wollte, ob ihn das Wahlprogramm der Union denn "elektrisiert" habe, räumte Söder ein: "Ich hätte mir an einigen Stellen noch mehr und Pointierteres vorstellen können." Wie sehr er "enttäuscht" sei, von dem Programm, wollte Lanz wissen.

"Nö! Warum?", so Söder. "Ich bin sicher, dass auch einiges, was nicht im gemeinsamen Wahlprogramm steht, aber Wunsch der CSU ist, am Ende in einem Koalitionsvertrag steht." So spreche ein "aufrechter CDU-Wahlkämpfer" stichelte Lanz.

Wollte VW-Chef Diess den Tesla-Gründer am Vorstandstisch haben?

Gänzlich un-stichelig fiel hingegen die Diskussion zwischen Lanz und VW-Chef Herbert Diess aus. Der war geladen, um über die Zukunft der Elektromobilität zu sprechen. Dabei kam die Sprache auch auf die Pionier-Firma in diesem Bereich: Tesla.

Gründer Elon Musk und Diess kennen sich. Jüngst war durchgesickert, dass der VW-Manager vor einigen Jahren die Chance gehabt haben soll, Tesla-CEO zu werden. Diess hatte sich dazu öffentlich bisher nicht geäußert. Lanz nutzte die Chance, um am Mittwochabend vor laufenden Kameras nachzuhaken.

"Stimmt es, dass er sie mal als Vorstandsvorsitzenden haben wollte?", fragte er Diess über Musk. "Dazu kann ich nichts sagen", entgegnete der mit einem Lachen. "Sie dementieren das aber nicht!", bemerkte Lanz. Diess habe den Posten also abgelehnt, folgerte der Moderator und fügte mit Blick auf die Zukunft hinzu: "Irgendwann sprechen wir mal darüber, warum!"

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Testpflicht nach dem Urlaub: Viele Bundesländer unterstützen Pläne des Bunds - RP ONLINE

Debatte um Reiserückkehrer : Länderchefs sprechen sich für Urlauber-Testpflicht aus

Viele Länderchefs sprechen sich dafür aus, möglichst bald die Einreiseverordnung in Deutschland zu ändern und Corona-Tests vorzuschreiben. Zu den Begründungen zählt eine Chance auf Schulbesuch für Kinder.

In der Debatte um die Testpflicht bei Reiserückkehrern unterstützen viele Bundesländer die Pläne der Bundesregierung ausdrücklich. "Die Tests sind der zentrale Baustein, um das Infektionsgeschehen in der ungeimpften Bevölkerung einzudämmen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstagsausgaben). Deshalb sollten alle Reiserückkehrer "entweder einen negativen Test, einen Genesenen-Nachweis oder einen Impfnachweis vorweisen können".

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung für richtig. "Aus dem vergangenen Jahr wissen wir, dass Reiserückkehrer viel zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben", sagte er dem RND. Es sei ein kleiner Mehraufwand für Jeden von uns, schaffe aber viel Sicherheit.

Ziel sei es, keine Infektionen ins Land zu tragen, um die Inzidenzen so niedrig wie möglich zu halten und Kinder und Jugendlichen einen möglichst normalen Schul- und Kitabesuch zu ermöglichen, sagte auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Ein neuer harter Lockdown solle unbedingt vermieden werden. "Jeder, egal ob er mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug aus dem Ausland zu uns einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test nachweisen können", forderte sie. Sie erwarte aber auch ein Konzept von der Bundesregierung, "wie die Kontrolle und die Einhaltung der Testpflicht sichergestellt werden sollen".

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach sich im Fernsehsender Phoenix für eine Testpflicht von Reiserückkehrern aus, die nicht doppelt geimpft sind. "Ich bin ganz klar für eine Testpflicht für alle diejenigen, die aus Regionen zurückkehren, die eine höhere Inzidenz haben als wir in Deutschland, und die vielleicht auch aus Virus-Mutationsgebieten kommen", sagte der SPD-Politiker. Die Situation im vergangenen Jahr müsse als warnendes Beispiel gelten, als sich die Virus-Lage nach dem Sommerurlaub verschärft habe.

Woidke mahnte schnelles Handeln an, denn etwa in Brandenburg endeten die Sommerferien in wenigen Tagen. "Die Entscheidung sollte möglichst schnell fallen und nicht erst Mitte oder Ende August." Er könne die Ruhe, die derzeit auf der Bundesebene herrscht, "nicht so ganz nachvollziehen".

(peng/AFP)

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Unternehmensnachfolge: Wenig gesunde und viele faulige Äpfel - heise online

„Viele Lagersysteme sind nicht auf wachsendes E-Commerce-Volumen ausgelegt“ - Logistik Watchblog

Bestellungen aus dem Online-Shop sollten im Idealfall reibungslos und schnell beim Kunden ankommen – doch durch steigende Nachfrage wird die Logistik vieler Händler strapaziert.

Lagermitarbeiter, der Paket für den Online-Handel und Transport scannen
industryviews / Shutterstock.com

Dass die Corona-Pandemie den Umsätzen im E-Commerce einen ordentlichen Schwung verlieh, lässt sich kaum bestreiten – doch wenn es um die Abwicklung der zunehmenden Bestellungen geht, ist im vergangenen Jahr das ein oder andere Unternehmen an seine Grenzen gekommen. Das hohe Auftragsvolumen gepaart mit stark schwankenden Kundenbedürfnissen und steigendem Druck durch Konkurrenten macht es für Händler zunehmend schwieriger, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit im Versand zu gewährleisten. Die Automatisierung von Prozessen im Lager bzw. beim Fulfillment kann dabei unterstützen, weiß Wirtschaftspsychologin und Logistik-Expertin Sarah Adenau von der AutoStore System GmbH. 

Beim Logistik E-Commerce-Camp am 26. August in Hamburg wird sie sich deshalb gezielt den Möglichkeiten der Lagerautomatisierung in Kleinteillagern widmen. Wir sprachen im Vorfeld mit der Fachfrau für Robotik über aktuelle Herausforderungen am Markt – und woran es derzeit hapert.

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Händler müssen ein deutlich höheres Auftragsvolumen stemmen

Logistik Watchblog: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung für kleine und mittelständische Online-Händler in der Lagerlogistik?

Sarah Adenau: Bereits in den vergangenen Jahren hat sich das Kaufverhalten der Verbraucher deutlich in Richtung Online und digitaler Touchpoints verlagert. Die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung für viele Einzelhandelsunternehmen beschleunigt und zugleich ist die Komplexität gestiegen, da regionale und nationale Lockdowns dazu führten, dass mehr online gekauft wurde. Doch auch mit der Rückkehr in den normalen Alltag wollen viele Konsumenten die neuen Einkaufsgewohnheiten beibehalten: So gaben in einer McKinsey-Studie 91 Prozent der Verbraucher in der EU an, dass sie auch nach der Pandemie weiterhin online einkaufen wollen. Für immer mehr Marken und Anbieter wird E-Commerce zum zentralen Element ihres Geschäfts.

Die größten Herausforderungen für kleine und mittelständige Online-Händler in der Lagerlogistik sind nun das Auftragsvolumen und die sehr volatile Nachfrage der Kunden. Dazu kommt der steigende Wettbewerbsdruck – insbesondere in Bezug auf Geschwindigkeit und Durchsatzleistung.  

Wie kann Lagerautomatisierung Händler angesichts dieser Herausforderungen in ihrem Logistik-Alltag unterstützen? 

Vielfach sind die derzeitigen Systeme noch nicht auf die notwendige Beschleunigung der Prozessabläufe oder mehr Lagerplatz ausgelegt. Manuelle Verfahren allein können das stetige Wachstum nicht stemmen, daher bedarf es neuer Systeme. Manuelles Fulfillment ist zeitaufwendig, automatisierte Lager- und Kommissioniersysteme mit Robotern können spezielle Aufgaben effizienter und konstanter erledigen als manuelle Lösungen, dies wiederum erhöht die Produktivität. Außerdem erhöhen sie die Auftragsgenauigkeit auf bis zu 99,9 Prozent. 

Die Einführung von Robotik erhöht das Potenzial, die Gewinne auf messbare und effiziente Weise zu steigern. Je nach Lösung bietet die Automatisierung eine bis zu viermal höhere Effizienz und Geschwindigkeit im Fulfillment als eine manuelle Abwicklung. Durch den Einsatz von Robotern beim Sortieren und Kommissionieren können Unternehmen erheblich kürzere Lieferzeiten anbieten.

Flexibilität ist für jedes Unternehmen wichtig und von entscheidender Bedeutung, um den Marktanforderungen einen Schritt voraus zu sein. Die Robotik ermöglicht es, sich problemlos an neue Anforderungen anzupassen, sobald diese zutage kommen. Das kann eine Zunahme an Bestellungen sein, die eine höhere Produktivität erfordern, oder zusätzlicher Platzbedarf für alte und neue Lagerartikel, die dem Lagerbestand hinzugefügt werden.

Eine Lagerautomatisierung kann somit Unterstützung auf verschiedenen Ebenen bieten. Zum Beispiel Erhöhung der Lagerkapazität bei gleichbleibender Fläche und Erhöhung der Durchsatzleistung sowie Flexibilität – auch bei saisonalen Schwankungen.  

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Praxistipps für die Wahl eines automatisierten Lager- und Fulfillment-Systems 

Was erwartet Händler zu diesem Thema in Ihrem Workshop beim Logistik E-Commerce-Camp?

Die Auswahl eines automatisierten Lager- und Fulfillment-Systems erfordert eine sorgfältige Recherche, um genau zu ermitteln, welches System individuell optimal passt. AutoStore hat vier Schlüsselbereiche ermittelt, in denen Automatisierung ein Unternehmen auf praktischer Ebene unterstützt: Lagerdichte, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Transparenz.

In unserem Workshop zeigen wir die Vorteile einer Lagerautomatisierung auf und stellen vor, welche Fragen sich Unternehmen bei der Planung ihres Automatisierungsvorhabens stellen sollten. 

Vielen Dank für das Gespräch! 


Sarah Adenau 

 Sarah Adenau, AutoStore

Sarah Adenau von AutoStore ist gelernte Industriekauffrau und Wirtschaftspsychologin und seit sieben Jahren im Logistiksektor tätig. Sie hat sich auf die Themen Online-Handel, Innovationen, Lieferketten und digitale Transformation spezialisiert, im Fokus aber steht für sie Kundenorientierung.

Seit 2020 ist sie für AutoStore tätig, zuvor hat sie bei DHL Paket namhafte Großkunden aus dem Bereich E-Commerce betreut und kennt daher die wesentlichen Anforderungen nach Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Nachhaltigkeit. 

Ihr Vortrag „Lagerautomatisierung für Einsteiger: So lassen sich Kleinteilelager schnell, einfach & flexibel automatisieren“ findet am 26. August um 10:15 Uhr im Workshop-Bereich „Rund ums Regal / Senden & Empfangen“ des Logistik E-Commerce Camps in Hamburg statt.

Jetzt die Teilnahme sichern!
 

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Nach der Hochwasserkatastrophe: Immer noch viele Menschen vermisst | tagesschau.de - tagesschau.de

Stand: 28.07.2021 13:03 Uhr

Nach der Flutkatastrophe werden in Rheinland-Pfalz immer noch 73 Menschen vermisst, mindestens 133 haben dort ihr Leben verloren. In Nordrhein-Westfalen gibt es keine Vermissten mehr, dort starben 47 Menschen.

Fast zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist der Verbleib einiger Menschen immer noch ungewiss. Mindestens 133 Menschen haben in den Fluten in Rheinland-Pfalz ihr Leben verloren, dort werden nach wie vor 73 Menschen vermisst. In den betroffenen Gebieten Nordrhein-Westfalens werden keine Menschen mehr vermisst, sagte Innenminister Herbert Reul. Es seien 47 Todesopfer zu beklagen.

Zwischen Hoffnung und Ohnmacht

Den Gefühlszustand der Angehörigen, die knapp zwei Wochen nach den verheerenden Regenfällen keine Gewissheit haben, was mit ihren Lieben passiert ist, beschreibt der katholische Notfallseelsorger Zenon Szelest mit zwei Worten: Hoffnung und Ohnmacht. Es würde ihnen nur Gewissheit helfen, sagen die Experten.

"Zunächst sind die Angehörigen bemüht, aktiv zu werden", sagt der Diakon aus Köln. Sie würden zum Beispiel selbst losziehen und Einsatzkräfte, Nachbarn und Passanten auf den Vermissten ansprechen. "Dann kommt aber die große Hilflosigkeit." In Ahrweiler, Schleiden und anderen Orten habe das Wasser alles mitgerissen. "Da können sie nicht viel machen. Das Einzige, was noch bleibt, ist die Vorstellung, dass die vermissten Menschen noch am Leben sind."

Identifizierung der Toten schwierig

Derzeit gebe es viel Informationsaustausch und Hoffnung in den Flutgebieten, beobachtet Szelest. Im Laufe der Zeit würden aber immer weniger Nachrichten kommen, Aussagen von Befragten widersprächen einander. "Dann wird es natürlich sehr schlimm." Umso wichtiger sei es, dass die Leichen identifiziert würden. Erst wenn die Angehörigen Gewissheit hätten, könne der Verarbeitungsprozess beginnen. "Die Hoffnung, dass die Menschen am Leben sind, blockiert das Trauern", sagt der Geistliche.

Die Identifizierung der Toten gestaltet sich allerdings schwierig. Fingerabdrücke, Zahnproben oder DNA-Abstriche müssten mit Vergleichsmaterial der Verstorbenen abgeglichen werden, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) der ARD. "Wenn allerdings auch viele Häuser weggerissen sind, in denen diese Menschen gelebt haben, ist das ein sehr aufwendiges Verfahren."

In Nordrhein-Westfalen keine Vermissten mehr

In Nordrhein-Westfalen ist die Lage anders, dort werden keine Menschen mehr vermisst. Das sagte Innenminister Herbert Reul im Landtags-Innenausschuss. Es seien 47 Todesopfer zu beklagen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden 23 Menschen vermutlich auf der Straße von den Wassermassen erfasst und in den Tod gerissen, wie Reul berichtete. Vier Verstorbene seien Feuerwehrleute.

Reul betonte, es handele sich um die größte Naturkatastrophe, die NRW je durchlitten habe. Experten gingen von "mindestens" einem Jahrhundert-Unwetter aus. Bis zu 23.000 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk und Krisenstäben seien im Einsatz gewesen. Der Wiederaufbau könnte mancherorts sogar Jahre dauern.

Sachschaden gehe "in die Milliarden"

Der Sachschaden - privat wie öffentlich - gehe "in die Milliarden". Auch die Versorgung mit Trinkwasser, Strom, Gas und die Telekommunikationsnetze seien schwer getroffen und funktionierten in Teilen der Krisenregionen auch weiterhin nicht. Anfangs waren Reul zufolge rund 100.000 Menschen in den betroffenen Gebieten in NRW ohne Strom. Diese Zahl sei nach letztem Stand auf etwa 5000 Personen gesunken. Die Gasversorgung sei trotz aller Fortschritte punktuell noch nicht wiederhergestellt. Zum Thema Telekommunikation hieß es, dass bis heute circa 20.000 Mobilfunkanschlüsse und etwa 11.000 Festnetzanschlüsse der Vodafone sowie etwa 40.000 Kundenanschlüsse der Telekom ausgefallen seien.

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Seelische Folgen von Corona - "Für viele war die Pandemie ein existentieller Weckruf" - Deutschlandfunk

Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Doch US-Psychologin Ramani Durvasula hat schon ein Phänomen ausgemacht, das sie post-pandemische Ängste nennt. Sie warnt davor, diese zu unterschätzen: Das ständige Hin und Her mit der Maskenpflicht, die tägliche Frustration über das Verhalten von Mitmenschen, die Angst vor der Delta Variante - all das stellt jeden unter erhöhten psychischen Stress.

"Es ist fast so wie am Anfang der Pandemie. Keiner weiß genau, was passiert. Die Leute haben jetzt einen Masken-Burn-Out und im Sommer ist es ohne Maske sowieso viel angenehmer. Und trotzdem fragt man sich: Begebe ich mich in Gefahr? Setze ich andere einer Gefahr aus? Das erzeugt jede Menge Spannungen. Die Tragen der Maske wird zu einer Art Tugend und einige werden richtig wütend, wenn sie andere mit Maske sehen, als ob es Scham hervorriefe."

"Zu schnelles Auftauchen ist gefährlich"

Wenn dann plötzlich andere Leute wieder in Restaurants und auf Partys gehen, entsteht bei vorsichtigen Menschen zusätzlich eine fast verzweifelte Rastlosigkeit, aus Angst etwas zu verpassen. Im Englischen wird dies FOMO genannt - the fear of missing out.

"Einige scheinen anderthalb Lebensjahre in ein, zwei Monate packen zu wollen."

 (imago/stock&people/Thomas Eisenhuth) (imago/stock&people/Thomas Eisenhuth)Warum die Coronakrise ermüdet
Jeder Schritt wird in Zeiten der Pandemie zu einem großen Thema. Vor allem ist jeder Schritt moralisch aufgeladen. Wir fragen uns ständig: Ist das verantwortlich oder nicht? Das ermüdet uns, sagt eine US-Psychologin.

Wie gefährlich dieser zusätzliche Stress ist, erklärt Ramani Durvasula am Beispiel des Sporttauchens. Vor dem Auftauchen verbringt man drei, vier Minuten an der Fünf-Meter Marke, um dem Organismus Zeit zu geben, sich an die veränderten Druckverhältnisse anzupassen und keine Taucherkrankheit zu bekommen, die schwerwiegende Folgen haben kann.

"Zu schnelles Auftauchen ist gefährlich. Das gilt auch für die Pandemie, wenn wir zu schnell wieder ins normale Leben zurückwollen. Das geht auf die mentale Gesundheit. Wir versuchen, zu viel zu tun und die verlorene Zeit wieder gutzumachen. Wir fühlen uns ohne Maske unsicher, weil wir sie anderthalb Jahre getragen haben. Ich rate allen: Tun Sie das, was sich richtig anfühlt."

"Frauen hat es härter getroffen"

Die Ängste und Verluste, die während der Pandemie erlebt wurden, müssen erst mal verarbeitet werden, sagt sie: Einige haben wichtige Menschen in ihrem Leben verloren, viele ihre Arbeit, Jobs mussten wegen der Kinder zu Hause aufgegeben werden. Einige haben ihr gesamtes Berufsfeld gewechselt. Ausbildungen wurden unterbrochen. Es sei wichtig anzuerkennen, dass diese Zeiten schwierig sind und noch länger bleiben werden.

"Ich glaube, die Unsicherheit nach der Pandemie wird genauso destabilisierend wie am Anfang."

Dr. Ramani Durvasula ist Professorin für Psychologie an der Universität von Kalifornien und praktizierende Psychotherapeutin (privat)Dr. Ramani Durvasula ist Professorin für Psychologie an der Universität von Kalifornien und praktizierende Psychotherapeutin (privat)

Da hilft es nicht, wenn Politiker davon reden, dass alle so schnell wie möglich wieder zurück in die Schule oder an den Arbeitsplatz müssen, als wären die letzten 20 Monate Ferienzeit gewesen. Unlängst sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, im Herbst müssten die Schüler endlich wieder lernen gehen. Seine Bemerkung löste Empörung bei Schülerinnen und Schülern sowie bei ihren Eltern aus.

"Viele haben härter arbeiten müssen, weil sie alles kombinieren mussten: von zu Hause aus arbeiten, Kinder beaufsichtigen, die Familie zusammenhalten, Essen für alle kochen - besonders Frauen hat es oft härter als alle anderen getroffen. Zu sagen, dass jetzt alle wieder arbeiten sollen, ist nicht nur respektlos, sondern trägt zur postpandemischen Belastung bei, nämlich dazu, dass man sich abgewertet, unterbewertet, nicht gesehen, nicht gehört fühlt."

"Wir werden eine Renaissance erleben"

Doch Ramani Durvasula sieht auch enormes Potenzial darin, dass so viele Menschen während der Pandemie zu ihren Wurzeln und ursprünglichen Lebensentwürfen zurückgekehrt sind. Für sie sind Gefühle von Spaß haben, kreativ sein und sein eigener Boss sein wichtiger geworden als der 08/15-Job, den sie vorher hatten. Sie ist überzeugt, diese Rückbesinnung auf persönliche Werte könnte ein völlig neues Lebensgefühl erzeugen.

 (IMAGO / Future Image / C.Hardt) (IMAGO / Future Image / C.Hardt)Theologe: "Abschottung ist eine tödliche Gefahr"
Der Theologe Reimer Gronemeyer beobachtet bei Älteren eine "Corona-Lähmung", von der gesundheitliche Gefahren ausgehen könnten. Ältere Geimpfte rief er auf, aus "dem Winterschlaf" zu erwachen.

"Für sehr viele war die Pandemie ein existentieller Weckruf. In den frühen Tagen hatte jeder Angst, ich kann mich anstecken und sterben. Ich kann das nur mit einer Kriegserfahrung vergleichen. Da fragt man sich: Will ich so weiterleben? Will ich für immer in dieses blöde Büro fahren, mit diesem blöden Boss zu tun haben und in diesem Schuhkarton sitzen? Und für ganz viele war die Antwort: Nein. Ich glaube, wir werden eine sehr interessante Renaissance erleben. Es wird eine große Zeit menschlicher Kreativität geben."

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Tuesday, July 27, 2021

Flughafen-Bilanz: Vor Corona über doppelt so viele Passagiere - NDR.de

Stand: 28.07.2021 07:19 Uhr

Eine Woche vor Ende der Hamburger Sommerferien zieht der Flughafen eine gemischte Bilanz. Die Zahl der Passagiere ist ausbaufähig. Die Abläufe dagegen funktionieren auch unter Corona-Reisebedingungen.

Die Auslastung am Hamburg Airport bleibt selbst an den Spitzentagen weit unter dem Niveau von vor Corona. Etwas mehr als 29.000 Fluggäste gab es bisher am Ferientag mit dem meisten Betrieb. In den Vorjahren waren täglich mehr als doppelt so viele Menschen in den Urlaub geflogen oder wieder hier angekommen.

AUDIO: Flughafenbilanz: Weniger Passagiere auch in diesem Sommer (1 Min)

Janet Niemeyer vom Flughafen sagte NDR 90,3, dass die Reisenden aber generell gut auf die besonderen Corona-Bestimmungen vorbereitet seien. Beschwerden über lange Warteschlangen und Gedränge gebe es demnach nur vereinzelt und genau für diese Situationen herrsche in den Terminals Maskenpflicht.

Risikogebiete und Quarantänepflicht direkt spürbar

Niemeyer sieht einerseits großen Nachholbedarf bei den Menschen nach Urlaub. Andererseits ist demnach jede neue Meldung über Risikogebiete und Quarantänepflicht direkt spürbar. Ein Ausblick auf den Spätsommer und Herbst sei laut Niemeyer schwierig: "Noch immer ist die Lage sehr dynamisch und sehr abhängig von den Reisebeschränkungen. Auch die Airlines planen immer noch nur wenige Wochen im Voraus."

Kurzarbeit bis Ende des Jahres

Bis Ende des Jahres plant der Hamburg Airport für seine Beschäftigten mit Kurzarbeit. Wirtschaftlich wird das Minus laut Flughafen im dreistelligen Millionenbereich liegen. Im Moment rechnet man damit, dass die Passagierzahlen frühestens 2025 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen.

Weitere Informationen

Passagiere checken im Flughafen Hamburg zu einem Flug nach Mallorca ein. © dpa Foto: Markus Scholz

Viele Corona-Neuinfektionen betreffen Reiserückkehrende. Vergangene Woche haben sich mindestens 37 Hamburger im Ausland angesteckt. mehr

Passagiere mit Atemschutzmasken stehen in einer Warteschlange am Flughafen in Zürich. © Keystone / picture alliance Foto: Enno Leanza

Am Airport steht der verkehrsreichste Tag des Jahres bevor und auf den Autobahnen dürfte es zum Teil voll werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.07.2021 | 07:00 Uhr

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Erneut viele Proteste gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen - NDR.de

Stand: 01.02.2024 13:31 Uhr Wegen des Treffens von Rechtsextremisten in Potsdam haben in Niedersachsen Hunderttausende gegen Rechtsextremi...