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Sunday, August 1, 2021

Viele Möglichkeiten für weniger Geld - Süddeutsche Zeitung

Der Unterschleißheimer Stadtrat hat pünktlich zum Ferienbeginn seine Hausaufgaben gemacht und beim größten offenen Projekt eine Entscheidung getroffen. Die Michael-Ende-Grundschule wird in einer abgespeckten Version für 56 Millionen Euro neu errichtet und es werden dort auf 1300 Quadratmetern Räume für die Musikschule integriert. 14 Millionen Euro werden damit gegenüber früheren Plänen eingespart. Perspektivisch war im Stadtrat die Rede davon, das alte Schulhaus zu einem Kulturzentrum umzufunktionieren und an anderen Grundschulen auch Musikschuleinheiten zu integrieren. Eine Art Zentrale der Musikschule soll aber jetzt bald entstehen.

Die Erleichterung war Bürgermeister Christoph Böck (SPD) nach der Entscheidung direkt anzusehen, die lediglich die zwei Stadträte der Freien Bürgerschaft Unterschleißheim (FWG) nicht mittrugen. Die Schuldebatte läuft seit Jahren, der Bau wurde zuletzt immer teurer und größer. Und nun drohte wegen der Kosten, die man wegen der Steuerausfälle im Zuge der Corona-Pandemie erwartet, eine weitere zähe Debatte über grundlegende Fragen. Sollen externe Nutzer mit rein ins Schulhaus? Die FWG fand ganz klar: Nein. Sie forderte für den Schulbau an der Raiffeisenstraße nahe dem Rathaus ein Zurück zu den Anfängen. Doch das trug sonst keiner mit.

Vor allem Bürgermeister Böck warnte davor, sich eine Chance zu vergeben. Jetzt könne man relativ preisgünstig und zügig dringend benötigte Räume für die Musikschule schaffen, weil die Infrastruktur des Grundschulbaus mitgenutzt werden könne. Eine "Stand-alone-Lösung" für die Musikschule würde "ein Vielfaches" kosten und man würde "sehr, sehr lange" darauf warten müssen. Böck sagte, man habe nun gute Varianten mit unterschiedlich hohen Einsparpotenzialen zur Entscheidung vorliegen. 70 Millionen Euro standen mal im Raum. Böck warb für die 56-Millionen-Euro-Version mit integrierter Musikschule im Schulhaus. Das Bauamt und das Projektsteuerbüro hatte Schulhäuser für 51 Millionen bis zu 59 Millionen Euro konzipiert und durchgerechnet. Ursprünglich waren 2400 Quadratmeter für die Musikschule vorgesehen, mit einem zweistöckigem Bau auf der Sporthalle. Der entfällt nun.

Martin Reichart (FWG) kritisierte Böcks favorisiertes Modell scharf und sprach von einem "faulen Kompromiss". Die Grundschule werde bald wieder an ihre Grenzen stoßen und die Musikschulräume übernehmen. Besser wäre ein eigenständiger Neubau für die Musikschule. Auch Manfred Riederle (FDP) äußerte Bedenken. Er befürchtet, dass die Stadt Probleme mit der staatlichen Schulbauförderung bekommt, wenn sie faktisch einen Multifunktionsbau hinstellt. Doch Sozialreferentin Annegret Harms (SPD) und Brigitte Huber (Grüne) warben vehement für genau solch ein integratives Schulhaus. Nach modernem Verständnis "grenzt sich Schule nicht ab", sagte Huber. Harms sprach gar von einem "Vorzeigeprojekt", das man schaffe. Es würden mit Schuleinheiten, die in fünf Clustern aufgeteilt sind, neue Lernformen ermöglicht. Mit dem kooperativen Ganztagsangebot werde für Eltern Familie und Beruf vereinbar. Musiklehrer und auch Vereine aus der Stadt müssten in die Schule zu den Schülern kommen. Diese sei ein Ort der "Nachwuchsarbeit". Harms skizzierte darüberhinaus, wie das alte und das neue Schulhaus in Jahren miteinander vernetzt werden könnten. Beide Gebäude müssten "zusammengebracht werden." Sie rief Pläne für ein Kulturzentrum im alten Schulhaus in Erinnerung.

Bürgermeister Böck sprach von einem "ersten Schritt", der nun auch für die Musikschule gemacht werden soll. Und zwar zügig, denn die Zeit drängt: Das alte Grundschulgebäude ist stark sanierungsbedürftig, im Jahr 2025 soll die neue Schule bezogen werden können. Für die Musikschule könnten weitere Einheiten an den beiden anderen Grundschulen entstehen. Die CSU begrüßte, dass nun zügig eine Einigung über das weitere Vorgehen gefunden wurde. Allerdings verwies Stefan Diehl die Umbau- und Nutzungsideen zum alten Schulhaus ins Reich der Fabel. Das sei auf absehbare Zeit nicht finanzierbar. Wie Böck erwähnte, soll das benachbarte Sehbehindertenzentrum übergangsweise für zwei Jahre in das alte Schulgebäude einziehen, um dessen Immobilie zu sanieren.

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Sänger Josh: „Die schwierige Zeit kommt für viele Künstler erst noch“ - WELT

Mit seinem Song „Cordula Grün“ landete Josh unerwartet einen Hit, der auf dem Oktoberfest und ähnlichen Tanzveranstaltungen rauf und runter gespielt wurde. Bis Corona kam, versteht sich. Anstatt den Moment zu nutzen und richtig durchzustarten, musste er seine gepackten Tourkoffer wieder in den Schrank räumen und schauen, dass er mit dem gesparten Geld gut über die Runden kommt. Von der Politik ist er enttäuscht.

WELT: Sie waren Anfang 2020 drauf und dran, das ganze Jahr große Bühnen zu bespielen und richtig durchzustarten. Fühlen Sie sich von Corona beraubt?

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Blaumann und Zigarre als Markenzeichen, Herbert Wilms, viele Jahre Hausmeister der Grundschule im Hagen, fe... - Soester Anzeiger

Herbert Wilms feiert am Sonntag seinen 90. Geburtstag.

© Dirk Wilms

Herbert Wilms, vielen durch seinen Einsatz als Hausmeister in der Grundschule im Hagen bekannt, feiert am Sonntag seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar setzte sich als begeisterter Sänger für verschiedene Chöre ein.

Welver – Auf dem Kartoffelacker noch mit ihrer Hände Arbeit im Einsatz spürte sie, wie die Wehen einsetzten. Im Nu wurde Dorchen Wilms in ihre Wohnung gebracht. Es war der 1. August 1931, ein heißer Sommertag in der Börde, an dem Herbert Wilms das Licht der Welt erblickte. An diesem Sonntag vollendet der Welveraner sein 90. Lebensjahr.

Seine Kindheit verbrachte er in der kleinen Bauernschaft bei Klotingen; eine für ihn als Kind unbeschwerte Zeit, wie sich der Jubilar erinnert. Ganz in der Nähe des Buchenwaldes war es ein herrliches Gelände für den kleinen Herbert, seinen großen Bruder Heinz und die Spielkameraden im Erlei. Als gebürtiger Klotinger ging er auch dort zur evangelischen Dorfschule, ein Klassenraum für sämtliche Jahrgänge. Dort blieb er er auch, als die Familie in den Frankenkamp nach Meyerich gezogen war. „Wintertags liefen wir durch meterhohen Schnee bis Klotingen“, war von Schulbussen noch keine Rede.

Mit der Idylle war es bald vorbei, die Nazis brachen den 2. Weltkrieg vom Zaun. Der junge Herbert erlebte mit, wie russische Kriegsgefangene misshandelt wurden, wie sich die Familie im von Vater Wilhelm provisorisch gebauten Bunker im Garten verkroch, wenn Fliegeralarm ausgelöst wurde.

Er erlebte mit, wie sein Bruder als völlig verblendeter 16-Jähriger vom Endsieg träumend in den Krieg zog und im April 1945 die Nachricht eintraf, dass er in Tschechien gefallen war. Und er sah, wie die amerikanischen Soldaten kamen. „Wir haben von der Gaststätte Wilms aus beobachtet, wie sie über die Werler Straße Richtung Welver marschierten, sich im Straßengraben duckten“, war der nunmehr 90-Jährige vor 76 Jahren Zeuge des Kriegsendes.

Ein Jahr später machte er sich mit an den Wiederaufbau des zerstörten Landes, ging in der Schreinerei von Otto Horst an der Kesselstraße in Soest in die Lehre. Als Schreinergeselle fand er rasch eine Anstellung bei der Bundesbahn, ging nach Dortmund, später nach Bochum und Hamm. Da hatte er längst mit seiner aus Dortmund stammenden Frau Gerti eine Familie gegründet mit den Söhnen Dirk und Rainer.

1971 wechselte Herbert Wilms den Arbeitgeber, wurde in Diensten der Gemeinde Welver Hausmeister an der Grundschule im Hagen. 20 Jahre lang waren Blaumann und Zigarre die Markenzeichen des Welveraners, der es sich am 6. Dezember selten nehmen ließ, den Mädchen und Jungen als Nikolaus tröstende Worte zu spenden.

In seiner Freizeit hatte er sich vor allem dem deutschen Liedgut verschrieben. „Singe, wem Gesang gegeben“, war sein Leitspruch, gehörte er doch schon als 19-Jähriger dem evangelischen Kirchenchor und dem Gemischten Chor in Flerke an. Aus diesem Kreis bildete sich das Doppelquartett „Einigkeit“, zu dessen Gründungsmitgliedern er vor 70 Jahren gehörte. Als Kassierer brachte er sich sogleich in die Vorstandsarbeit ein, als die Beiträge noch durch Besuche bei jedem Mitglied in bar kassiert wurden.

1973 übernahm Herbert Wilms den Vorsitz des in Quartettverein umbenannten Chores, führte die Sänger bis 2007, war einer Initiatoren für den „Tanz in den Mai“. In den Jahren gründete er auch den Kinderchor, der ein gutes Jahrzehnt Bestand hatte. Für seine Verdienste wurde er 1992 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Auch in der evangelischen Kirchengemeinde engagierte er sich vielfältig, wie auch seine Frau Gerti, der vor gut zwei Jahren verstorbenen, langjährigen Vorsitzenden der Frauenhilfe, war viele Jahre im Presbyterium, gehörte zu den Mitbegründern des Kirchbau-Vereins. Seine Heimatverbundenheit zeigt sich auch in der Mitgliedschaft in vielen Vereinen wie bei den Horrido-Schützen, den Sportlern des TV Flerke und SV Welver, den Kyffhäusern und dem Heimatverein; auch der SPD gehörte Herbert Wilms an. Als Präsident des Flerker Karnevals führte er viele Jahre durchs Programm der Prunksitzung in der Flerker Turnhalle.

Seinen Lebensabend verbringt der sechsfache Groß- und zweifache Urgroßvater im Wohnpark Klostergarten, wo er sich als Vorsitzender des Heimbeirats in die Gemeinschaft einbringt. Jetzt freut er sich darauf, dass nach den für ihn und seine Mitbewohner entbehrungsreichen Monaten des Corona-Lockdowns die Familie am Sonntag zur Feier kommen kann.

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Viel Stau auf Baden-Württembergs Autobahnen - SWR

Am Sonntag meldete die Mobilitätszentrale Baden-Württemberg unter anderem 20 Kilometer stockenden Verkehr auf der Autobahn 5 zwischen Karlsruhe-Nord und Kronau (Landkreis Karlsruhe).

Auto brannte aus

Auf der A81 zwischen Rottenburg und Gärtringen stockte der Verkehr über zehn Kilometer. Auf der A8 Stuttgart-München gab es am Lämmerbuckeltunnel sogar rund 12 Kilometer Stau wegen Urlaubsverkehrs und deutliche Verzögerungen.

Auch für die A7 gab es am Sonntagnachmittag laut SWR Verkehrsfunk mehr als eine Stunde Verlust auf der Strecke von Ulm nach Füssen, weil bei Dettingen an der Iller (Landkreis Biberach) ein Auto brannte.

Baden-Württemberg startete als letztes in die Ferien

Während Baden-Württemberg erst am Donnerstag als vorletztes Bundesland in die Sommerferien gestartet war, sind sie in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende schon wieder zu Ende gegangen. In Hamburg fängt die Schule im Laufe der Woche wieder an, Berlin und Brandenburg haben noch eine Woche Ferien.

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Große Hitze und starker Wind lassen neue Feuer ausbrechen - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

In der Türkei ist die Zahl der Waldbrände, die am vergangenen Mittwoch ausgebrochen sind, am Wochenende weiter auf 107 gestiegen. Nach Angaben der Regierung konnten davon 98 unter Kontrolle gebracht werden. Sechs Menschen kamen ums Leben, mehr als dreihundert wurden verletzt, dutzende Gemeinden mussten evakuiert werden. Die Ermittlungen zu den Brandursachen dauerten an, sagte Präsident Tayyip Erdogan bei einem Besuch der besonders stark betroffenen Region Manavgat östlich von Antalya, wo die ersten Feuer ausgebrochen waren. Alle Möglichkeiten, einschließlich Brandstiftung, würden untersucht. Er versicherte, dass die abgebrannten Flächen wiederaufgeforstet und nicht bebaut würden. Erdogan versprach rasche Hilfe beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser sowie Entschädigungen an die Landwirte.

Matthias Rüb

Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

Zur Bekämpfung der Brände waren allein 4000 Feuerwehrleute sowie 45 Hubschrauber im Einsatz. Präsident Erdogan dankte seinem russischen Kollegen Wladimir Putin für die Entsendung von Hubschraubern und Löschflugzeugen. Denn die Türkei verfügt trotz der jährlich immer wieder ausbrechenden Brände über keine Löschflugzeuge. Am Wochenende zeichnete sich zwar ein Abflauen der Waldbrände ab. Aufgrund unverändert hoher Temperaturen um 40 Grad und heftiger Nordwinde brachen vereinzelt jedoch neue Feuer aus, etwa nahe des Badeorts Bodrum, wo Einwohner und Urlauber in Sicherheit gebracht werden mussten.

Klimawandel ist die wichtigste Ursache

Während in den vergangenen Jahren meist Brandstiftung die Ursache der Waldbrände gewesen sei, sei in diesem Jahr der Klimawandel die wichtigste Ursache, sagte Utku Perktas von der Hacettepe Universität in Ankara. Die Zahl der großen Waldbrände nehme in der Türkei zu, sagte der Minister für Landwirtschaft und Forsten, Bekir Pakdemirli. Im vergangenen Jahren wurden noch acht große Waldbrände registriert, sie waren aber zu sechs verschiedenen Zeiten ausgebrochen. Seit Mittwoch habe es jedoch zehn große Waldbrände mit einer Dauer von mindestens drei Tagen gegeben. Pakdemirili führte das auf ungewöhnlich hohe Temperaturen in Verbindung mit den heftigen Winden zurück.

Hitzewelle in Griechenland

Brände auch in Süditalien

Auch Süditalien kämpft weiter gegen zahlreiche Brände. Zum Kampf gegen die Waldbrände auf Sizilien hat der italienische Zivilschutz die gesamte Flotte von Löschflugzeugen des Landes auf die Mittelmeerinsel verlegt. Behördenchef Fabrizio Curcio rief für die Inseln Sardinien und Sizilien sowie den Süden des Landes wegen der extremen Hitze die höchste Alarmstufe wegen Brandgefahr aus, während er in Norditalien vor weiteren schweren Gewittern mit Starkregen und möglichen Überschwemmungen warnte. Curcio bezeichnete die Lage auf Sizilien als ernst, mancherorts sei sie „desaströs“.

Feuerwehr und Zivilschutz waren dort über das Wochenende im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Temperaturen von bis zu 46 Grad sowie starke Winde fachten die Brände zusätzlich an. In der Gegend um die Hafenstadt Catania im Osten der Insel war die Lage am Freitag zeitweise außer Kontrolle geraten. Gut 150 Gäste eines Strandbades, das von den Flammen eingeschlossen worden war, mussten von den Rettungskräften über das Meer in Sicherheit gebracht werden. Der Flughafen Catanias musste wegen der starken Rauchentwicklung vorübergehend den Betrieb einstellen.

Siziliens Regionalpräsident Nello Musumeci beklagte, viele der Feuer seien nach Ansicht von Ermittlern von Brandstiftern gelegt worden. Die Zerstörungen am Waldbestand seien an manchen Orten unumkehrbar. Nach Medienberichten werden Waldbestände auch mit der Absicht in Brand gesteckt, um auf den „gerodeten“ Flächen Fotovoltaik-Anlagen zu errichten. „Seit Jahresbeginn haben wir auf Sizilien rund 8000 Hektar Wald durch Feuer verloren“, sagte Giovanni Salerno, sizilianischer Regionalchef des Zivilschutzes, der Zeitung Repubblica. Von den Bränden, die zu dieser Zerstörung geführt hätten, seien „99 Prozent mutwillig gelegt“.

Auch in Griechenland brachen wegen der Trockenheit viele Brände aus. Mindestens 16 Menschen wurden wegen Atemwegsbeschwerden in Krankenhäusern der Halbinsel Peloponnes behandelt, wie das Staatsfernsehen berichtete. Mehrere Häuser nahe der Kleinstadt Egion wurden zerstört. Die Brände wurden am Sonntagmorgen eingedämmt. Unterdessen dauert die „historische Hitzewelle“ – von der viele Meteorologen sprechen – an. Nachdem die Hitze in den vorigen Tagen bis 43 Grad erreichte, wurden am Sonntag in Griechenland Temperaturen um 45 Grad erwartet. Nachts lagen die Werte vor allem in den Ballungszentren über 30 Grad. Städte öffneten klimatisierte Hallen für die Einwohner, die zu Hause keine Klimaanlage haben.

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Erben im Osten: Warum viele Ostdeutsche leer ausgehen - Berliner Zeitung

Berlin - Neulich erzählte Marianne Birthler, die ehemalige Leiterin der Stasi-Unterlagenbehörde, dass sie in Mitte eine Eigentumswohnung gekauft habe, die sie immer noch abbezahle. Sie sei als ostdeutsche Eigentümerin bei den Einweihungstreffen und bei Hausversammlungen in ihrer Nachbarschaft in der Minderheit. Wenn sie mitkriege, wie viele Westdeutsche sich eine Eigentumswohnung leisten können, dann gebe das bei ihr „so einen kleinen Stich“. Sie fügte in dem Text, der im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschien, auch gleich hinzu, dass sie sich für das Gefühl schäme, denn sie wolle nicht missgünstig sein.

Berliner Verlag

Die Wochenendausgabe

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Samstag am Kiosk oder hier im Abo. Jetzt auch das neue Probe-Abo testen – 4 Wochen gratis

Am 31. Juli/1. August 2021 im Blatt: 
Vor exakt 30 Jahren wurde der Serienmörder Wolfgang S. gefasst, der als Hüne in Frauenkleidern sechs Menschen tötete. Was trieb ihn um?

Wie „grün“ sind die Wahlprogramme? Ein Klimaforscher prüft die Versprechen

Börsencrash in China: Warum die KP-Politik kalkuliert statt chaotisch ist

Ungenierter Sex im Freien: Der Tiergarten hat einschlägigen Clubs den Rang abgelaufen

Kult statt Kitsch: Warum ein Krabbencocktail einfach glücklich macht. Das Rezept der Woche

https://berliner-zeitung.de/wochenendausgabe

Ich wusste genau, was sie meinte. In den vergangenen Jahren hat sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eine Trennung ergeben: Die westdeutschen Freunde und Bekannten besitzen fast alle mindestens eine Immobilie, oft zwei, die Ostdeutschen leben in Mietwohnungen. Die westdeutschen Freunde haben die gleichen Jobs, arbeiten oft weniger, aber sie haben Startkapital von ihren Eltern, Erbschaften von Verwandten, zudem oft eine große Lockerheit in Geldfragen. Bei den Ostdeutschen ist es umgekehrt: Da unterstützen die Kinder ihre Eltern, zahlen den Urlaub, größere Reparaturen.

Und so sehr ich es jeder Freundin, jedem Freund gönne, stellt sich manchmal ein kleines Gefühl der Bitterkeit ein, ein Stich, wie bei Marianne Birthler.

Im Westen verfügen die 71- bis 75-Jährigen laut SZ mit durchschnittlich um 206.000 Euro über die höchsten Rücklagen. Im Osten konnten die Jüngeren nach der Wende etwas ansparen, die 51- bis 55-Jährigen besitzen etwa die Hälfte des westlichen Vermögens, 103.900 Euro. Aber die Älteren, die einen großen Teil ihres Erwachsenenlebens in der DDR verbracht haben, haben oft nichts weiterzugeben. Immobilien, Aktien gab es in der DDR nicht.

Obwohl ich das alles weiß, suche ich die Schuld auch bei mir. 2003 kam ich nach London als Korrespondentin, ein Kollege vom Spiegel sagte, du musst schnell was kaufen. Eigentum? Ich war 28, seit drei Jahren Redakteurin, ich hatte keine Ersparnisse und mir fehlte die Erfahrung, das Wissen. Grundbuch, Katasteramt, Hypothek, das waren Worte, die ich nachschlagen musste. Meine Eltern hatten nach der Wende kein Geld, sie schafften es kaum, ihren Baukredit abzubezahlen, den sie noch zu DDR-Zeiten aufgenommen hatten. Schulden machten mir Angst.

1300 Milliarden als Immobilien vererbt

Ein Ost-Kollege, der aus einer privilegierteren Familie kam und schon zu DDR-Zeiten London und Paris bereiste, sagte später: „Sabine, du musst dein Geld für dich arbeiten lassen.“ Das ist so ein Kernsatz des Kapitalismus. Mein Kollege sagte auch, man könne die Immobilie immer weiterverkaufen. Ich scheitere schon daran, die gebrauchte Brio-Eisenbahn meiner Kinder weiterzukaufen.

Manchmal schickt mir eine Freundin Immobilienanzeigen, ein Haus in einem Dorf in Brandenburg für eine halbe Million, sie sagt, das sei günstig. Zwei Autos bräuchte man da aber schon. In der Abendschau sah ich ein Paar, das eine Fünfzimmerwohnung in Steglitz gekauft hat, eine Million Euro, beide verdienten sehr gut, trotzdem schaffen sie es nur mit den Eltern, sagte der Mann, der aus Hannover kam. Es ist heute viel schwieriger als früher, durch Arbeit zu Vermögen zu kommen, als durch Erbschaft. Und diejenigen, die viel erben, sind eher Westdeutsche.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge kalkuliert, dass von 2015 bis 2024 rund 3067 Milliarden Euro vererbt werden könnten, davon 1300 Milliarden Euro als Immobilien. Da kommt ein neuer Ost-West-Konflikt auf uns zu.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

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Erben im Osten: Warum viele Ostdeutsche leer ausgehen - Berliner Zeitung
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Saturday, July 31, 2021

24h Spa: FCY um Mitternacht wirft viele Autos aus Führungsrunde - Motorsport-Total.com

(Motorsport-Total.com) - Paukenschlag bei den 24 Stunden von Spa (im Livestream!): Eine Full Course Yellow mit anschließendem Safety-Car um die Geisterstunde herum hat den Kreis der Sieganwärter auf einen Schlag halbiert. Nach acht Stunden liegen nur noch zehn Boliden in der Führungsrunde. Drei davon waren schon einmal raus, sind aber durch eine Strafe gegen den Spitzenreiter wieder reingerutscht.

24h Spa 2021, Nacht

Bei Nacht wurde auf einen Schlag ein Dutzend Fahrzeuge der Führungsrunde beraubt Zoom

Die 15-minütige Neutralisierung wurde durch einen harmlosen Ausflug des Rinaldi-Ferraris #33 (Hites/Perel/Crestani) von Benjamin Hites ins Kiesbett ausgelöst. Er versuchte einem anderen Fahrzeug auszuweichen, das sich gedreht hatte und weiterfahren konnte.

Das Timing der FCY hatte großen Einfluss: Der führende Iron-Lynx-Ferrari #51 (Pier Guidi/Nielsen/Ledogar) konnte nun unter FCY stoppen, denn sein regulärer Stopp stand gerade in dieser Runde an. Viele andere Fahrzeuge hatten schon gestoppt und das sollte ihnen zum Verhängnis werden.


Fotos: 24h-Rennen Spa-Francorchamps 2021 - Rennen


Als der Ferrari mit minimalem Zeitverlust wieder aus der Box herauskam, waren plötzlich nur noch sieben Fahrzeuge in der Führungsrunde. Da half es auch nicht mehr viel, dass das Safety-Car das Feld wie üblich am Ende der FCY einsammelte.

Strafen gegen IronLynx und Akka-ASP

Allerdings erhielten vier Fahrzeuge die Führungsrunde zurück, als der Ferrari zu einer Durchfahrtsstrafe für ein nicht näher definiertes Vergehen bei Nachtanken abbiegen musste. Der Ferrari fiel lediglich auf die sechste Position zurück, weil sich dahinter das große Loch befindet, das durch das Safety-Car gerissen wurde.

Zuvor hatte schon der Akka-ASP-Mercedes #88 (Marciello/Juncadella/Gounon) wegen eines Boxenstopp-Vergehens eine Durchfahrtsstrafe kassiert, gehört aber noch zu den Fahrzeugen in der Führungsrunde.

Seitdem hat der Schnabl-Porsche #3 (Olsen/Christensen/Makowiecki) die Führungsrunde wieder verloren. Der Jota-McLaren #38 (Barnicoat/Wilkinson/Bell), der Madpanda-Mercedes #90 (Sanchez/Perez Companc/Kujala/Breukers) und der Sainteloc-Audi #25 (Winkelhock/Niederhauser/Haase) auf den Plätzen acht bis zehn müssen um die Führungsrunde kämpfen. Ihnen würde eine weitere FCY mit SC sehr helfen. Alle Porsche haben die Führungsrunde verloren.

Die Führung ist damit wieder auf den FFF-Lamborghini #63 (Bortolotti/Mapelli/Caldarelli) gewechselt, der kurz vor der FCY drin war. Er wird daher etwas früher stoppen müssen als die Verfolger. Ebenfalls von der FCY profitiert hat der von Platz 55 gestartete WRT-Audi #32 (D. Vanthoor/Weerts/K. van der Linde), der zwischenzeitlich sogar mal kurz in Führung ging, diese aber wieder verlor.

Aus der Entscheidung raus ist der Walkenhorst-BMW #35 (Glock/Tomczyk/Neubauer), der wegen eines Querlenker-Schadens 18 Minuten an der Box verlor.

Nach acht Stunden noch in der Führungsrunde: #63, #32, #37, #34, #95, #51, #88, #38, #90, #25.

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24h Spa: FCY um Mitternacht wirft viele Autos aus Führungsrunde - Motorsport-Total.com
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Erneut viele Proteste gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen - NDR.de

Stand: 01.02.2024 13:31 Uhr Wegen des Treffens von Rechtsextremisten in Potsdam haben in Niedersachsen Hunderttausende gegen Rechtsextremi...