Klitschko wirft Moskau Kriegsverbrechen vor, Brände in Odessa nach russischem Angriff, neue Evakuierungsversuche aus Mariupol - die aktuellen Entwicklungen.
Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.
Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Krieg:
- Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko wirft russischen Truppen im von ukrainischen Soldaten zurückeroberten Butscha Kriegsverbrechen vor. "Das, was in Butscha und anderen Vororten von Kiew passiert ist, kann man nur als Völkermord bezeichnen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Es seien grausame Kriegsverbrechen, die der russische Präsident Wladimir Putin zu verantworten habe. Es seien Zivilisten mit verbundenen Händen erschossen worden.
- Russlands Verteidigungsministerium teilt mit, Treibstoff-Lager bei der Hafenstadt Odessa seien mit Raketenangriffen zerstört worden. Der Treibstoff diene der Versorgung ukrainischer Truppen im Gebiet der Stadt Mykolaiw. Nach Angaben der Stadtverwaltung in Odessa wurde ein wichtiger Teil der "Infrastruktur" getroffen. Der Stadtrat der Millionenstadt hatte zuvor schon von Bränden im Stadtgebiet berichtet.
- Das Rote Kreuz unternimmt einen neuen Versuch zur Evakuierung von Einwohnern aus Mariupol. Das sagte die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Iryna Wereschtschuk: "Mit sieben Bussen versucht man näher an Mariupol heranzukommen". Die Busse würden vom Internationalem Komitee des Roten Kreuzes begleitet. 17 Busse würden für Evakuierungen aus Mariupol und Berdyansk vorbereitet.
- Russland hat Hoffnungen der Ukraine auf ein baldiges Spitzentreffen der beiden Präsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selneknskyj zur Beendigung des Kriegs gedämpft. Es gebe noch viel zu tun, sagte der russische Verhandlungsführer Wladimir Medinski der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
- Aus der strategisch wichtigen Küstenstadt Odessa sind mehrere Explosionen gemeldet worden. Ein AFP-Reporter berichtete, am frühen Morgen seien Detonationen zu hören gewesen. Es war nicht sofort klar, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um andere Raketen handelte.
- Nach dem Abzug russischer Truppen aus der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt Kiew rechnet Präsident Wolodymyr Selensky nunmehr mit russischen Angriffen im Donbass und im Süden des Landes.
- Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte sagt, dass die Intensität der russischen Luft- und Raketenangriffe abnehme. Zudem ziehe Moskau weiterhin Einheiten aus dem Norden der Ukraine ab.
- In den Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine zeichnen sich aus Sicht Kiews erste positive Signale ab. Der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija sprach im Staatsfernsehen von einem möglicherweise baldigen Treffen Selenskyjs mit Kremlchef Putin.
Die Situation in den ukrainischen Städten und Siedlungen:
- Der britische Geheimdienst berichtet, ein Angriff russischer Truppen über See sei unwahrscheinlich. Die russischen Seestreitkräfte würden sich bei einer Landung einem hohem Risiko aussetzen, da die ukrainische Armee genügend Zeit zur Vorbereitung gehabt habe. Aber: Es wird vor Minen im Schwarzen und im Asowschen Meer gewarnt - diese seien wahrscheinlich russischen Ursprungs.
- Ukrainische Truppen haben in der zurückeroberten Stadt Butscha nordwestlich von Kiew Dutzende tote Zivilisten entdeckt. Viele von ihnen seien von russischen Soldaten erschossen worden, hieß es von ukrainischer Seite. Reporter der Nachrichtenagenturen AP und AFP berichten ebenfalls über viele tote Zivilisten in dem Ort.
- Insgesamt 765 Einwohnern ist nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk in eigenen Fahrzeugen die Flucht aus der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol gelungen. Wereschtschuk sagte, die Menschen aus Mariupol hätten die rund 230 Kilometer nordwestlich gelegene Stadt Saporischschja erreicht.
- Für Sonntag plant das russische Militär einen Fluchtkorridor für ausländische Staatsbürger aus dem umkämpften Mariupol und der von Russen besetzten Hafenstadt Berdjansk, ebenfalls am Asowschen Meer.
Reaktionen auf den russischen Angriff:
- Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) spricht sich gegen einen Importstopp von Gas- und Öllieferungen aus Russland aus. "Die Sanktionen sind bereits beispiellos. Sie müssen aber das Putin-Regime treffen und nicht die Stabilität Deutschlands gefährden", sagt Lindner der "Bild am Sonntag".
- Polens Vize-Regierungschef Jaroslaw Kaczynski ist offen für eine Stationierung amerikanischer Atomwaffen in seinem Land. "Wenn die Amerikaner uns bitten würden, US-Atomwaffen in Polen einzulagern, so wären wir dafür aufgeschlossen. Es würde die Abschreckung gegenüber Moskau deutlich verstärken", sagte der nationalkonservative Politiker der "Welt am Sonntag". Grundsätzlich ergebe es Sinn, die nukleare Teilhabe auf die Nato-Ostflanke auszuweiten.
- Die baltischen Staaten haben den Import von Erdgas aus Russland eingestellt. "Seit dem 1. April fließt kein russisches Erdgas mehr nach Lettland, Estland und Litauen", sagte Uldis Bariss, Chef des lettischen Erdgasspeicher-Betreibers Conexus Baltic Grid, am Samstag.
Das ist an Tag 38 passiert
Laut ukrainischem Verteidigungsministerium kontrolliere die Ukraine die "gesamte Region Kiew". Russland zieht Truppen aus dem Norden ab und verlagert Angriffe auf den Osten.
Tag 38 in Russlands Krieg im Überblick. Lesen Sie hier nach, wie sich die Lage in der Ukraine am Samstag entwickelt hat:
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Tag 39 im Ukraine-Krieg: Zerstörte Treibstoff-Lager, tote Zivilisten - ZDFheute
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