Stand: 05.04.2022 07:15 Uhr
Am ersten Verkaufstag ohne Maskenpflicht in Niedersachsen haben die Kunden in vielen Geschäften weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz getragen. Viele begründeten das mit den immer noch hohen Inzidenzen.
"In schätzungsweise 90 Prozent der Fälle wird weiter die Maske aufgezogen", hieß es beim Handelsverband Niedersachsen-Bremen. Dies sei in etwa der erste Eindruck, den man aus Rückmeldungen der Mitgliedsbetriebe erhalten habe, sagte Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack. "Nur ein relativ geringer Anteil entscheidet sich schon gegen die Maske."
Vorsicht hält noch eine Weile - oder?
Die Dachorganisation der Einzelhändler im Nordwesten gehe davon aus, dass die freiwillige Nutzung des Mund-Nasen-Schutzes gegen das Coronavirus noch eine Weile anhält - "auch angesichts der hohen Inzidenzen und persönlichen Betroffenheit, wenn man Quarantäne vermeiden und das eigene Risiko minimieren will". Gleichzeitig verzichte der Großteil der Einzelhändler darauf, über das Hausrecht die Maskenpflicht zu erhalten. Aber auch Beschäftigte behielten aus eigenem Antrieb den Schutz bei. "Wenn es wärmer wird, könnte es eine Veränderung geben", so Krack.
Keine Maskenpflicht mehr nach überarbeiteter Corona-Verordnung
Der mögliche Verzicht auf die Mund-Nasen-Abdeckung im Laden ergibt sich aus der überarbeiteten niedersächsischen Corona-Verordnung, die seit Sonntag gilt. Laut dem Bundesinfektionsschutzgesetz können die Länder nur noch niedrigschwellige Corona-Schutzmaßnahmen anordnen, zum Beispiel eine Maskenpflicht im Nahverkehr oder in Kliniken. In Geschäften ist in der Regel ab sofort dagegen keine Maskenpflicht mehr vorgeschrieben. Eine Rückkehr dazu kann es in Ausnahmefällen und in lokalen Corona-Hotspots geben.
Wie halten es Ikea, Rossmann und Co.?
Einige Handelsketten hatten schon angekündigt, von der Maskenpflicht per Hausrecht keinen Gebrauch zu machen. Manche riefen aber auch zu freiwilligen Schutzmaßnahmen auf. Bei Ikea etwa hieß es: "Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens weisen wir gern darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch weiterhin sich selbst und andere schützt." MediaMarktSaturn äußerte sich ähnlich: "Wir bitten unsere Kunden und werben dafür, weiter eine Schutzmaske zu tragen." Drogerie-Riese Rossmann bewertete es als positiv, dass die Beschränkungen für den Einzelhandel nun im Wesentlichen aufgehoben sind. Diese hätten den Innenstädten massiv geschadet, sagte Geschäftsführer Raoul Roßmann. "Das Masketragen kann man aber gern noch ein bisschen verlängern."
Aufruf aus der Kultur: "Bitte macht Maske zum Standard"
Kulturschaffende der Stadt Hannover haben sich unterdessen für eine Aufrechterhaltung der Maskenpflicht in Theatern und anderen Kultureinrichtungen ausgesprochen. "Bitte macht die Maskenpflicht am Platz in Kulturveranstaltungen per Hausrecht zum Standard - und schützt damit nicht nur Euer Publikum, sondern auch die beteiligten Kultur- und Bühnenprofis", heißt es in einem am Sonntag online veröffentlichten Appell, den unter anderem der Theatermacher Hartmut El Kurdi, das Schriftstellerpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel unterzeichnet haben. Eine Maske zu tragen, sei nicht aufwendig, brauche keinen Vorlauf und sei für die Dauer einer Kulturveranstaltung absolut zumutbar.
Gesundheitsministerin Behrens rät zum freiwilligen Tragen
Angesichts hoher Neuinfektions-Zahlen hatte die Landesregierung zuvor die Aufhebung von Corona-Maßnahmen kritisiert. "Jetzt ist es über das Bundesinfektionsschutzgesetz nicht mehr möglich, vorsorgend agieren zu können, sondern wir können erst reagieren, wenn die Hütte schon brennt", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). "Ich rate allen Niedersächsinnen und Niedersachsen angesichts der hohen Fallzahlen weiterhin dazu, insbesondere in Innenräumen und beengten Situationen mit vielen anderen Menschen eine FFP2-Maske zu tragen, auch wenn es nun nicht mehr vorgeschrieben ist", so Behrens.
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Maskenpflicht-Ende: Viele tragen Maske freiwillig weiter - NDR.de
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