
In Bayern breitet sich das Coronavirus derzeit so rasant aus wie noch nie. Fast täglich erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat einen neuen Höchstwert. Auch die Zahl der Menschen, die im Krankenhaus wegen einer Covid-Infektion behandelt werden müssen, nimmt weiter zu und damit leider auch die registrierten Todesfälle.
Rund 30 Prozent der Corona-Toten hatten beide Impfungen
Mediziner und Politiker drängen deshalb darauf, die Impfungen weiter voranzutreiben. Eine Auswertung hat jetzt gezeigt: Unter der rasch steigenden Zahl von Corona-Toten in Bayern ist ein vergleichsweise hoher Anteil vollständig Geimpfter.
Nach Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) lag die Quote in den vier Wochen vom 4. bis 31. Oktober bei knapp 30 Prozent. 108 der insgesamt gezählten 372 Todesopfer hatten beide Impfungen erhalten, wie die Erlanger Behörde auf dpa-Anfrage mitteilte. In der ersten Novemberwoche war der Anteil mit gut 26 Prozent etwas niedriger - 23 der 88 Corona-Toten waren da vollständig geimpft.
LGL: Corona nicht immer auch die Todesursache
In den vergangenen Wochen hatten die Krankenhäuser auch über eine gestiegene Zahl vollständig geimpfter Intensivpatienten berichtet. Das LGL betonte indes, dass die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden müssten: Als Corona-Todesopfer zählt, wer mit dem Virus infiziert war. Das bedeutet aber nicht, dass Corona auch unbedingt die Todesursache ist.
Die Mehrzahl der Corona-Toten sind 80 und älter, dementsprechend litten viele auch an anderen Krankheiten. Einer Auswertung der Todesfälle nach Vorerkrankungen ist jedoch laut LGL nicht möglich.
Verdoppelung der Todeszahlen gegenüber Oktober
Ganz aktuelle Zahlen zum Anteil der vollständig Geimpften unter den Corona-Toten in der zweiten Novemberwoche gab es am Sonntag noch nicht. Klar ist jedoch, dass die Zahl der Toten in Bayern ebenso schnell steigt wie die Zahl der Infektionen. Laut Corona-Portal der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität wurden in den vergangenen sieben Tagen 309 Todesfälle im Freistaat gemeldet, was im Vergleich zu Mitte Oktober mehr als eine Verdoppelung bedeutet.
Booster-Impfung kann Schutz erhöhen
Das LGL wies auch darauf hin, dass insbesondere die Älteren schon früh im Jahr geimpft worden seien. Damit steige das Risiko einer abnehmenden Immunität. Das mache Auffrischungsimpfungen besonders wichtig.
Auch viele andere Experten und Politiker drängen deshalb mehr denn je auf die sogenannten Booster-Impfungen. In ihrem Videopodcast appellierte etwa Bundeskanzlerin Merkel an die Bürger, die Impfangebote wahrzunehmen. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, forderte zudem, die Impfauffrischungen schon nach fünf Monaten durchzuführen. Bislang gilt ein Richtwert von sechs Monaten. Vor allem in Alten- und Pflegeheimen steigt nun der Druck - dort warten allerdings noch viele Bewohner im Freistaat auf ihre Drittimpfung.
Viele Corona-Tote in Bayern waren vollständig geimpft - BR24
Read More
No comments:
Post a Comment