Rechercher dans ce blog

Thursday, October 21, 2021

Kaum Bewegung an der Börse: Die Luft im DAX ist raus | tagesschau.de - tagesschau.de

Marktbericht

Stand: 21.10.2021 19:07 Uhr

Herbstflaute am deutschen Aktienmarkt: Seit Tagen tritt der DAX auf der Stelle. Auch heute kommt er nicht voran und schließt leicht im Minus. Von der Wall Street fehlen Impulse.

Nichts geht mehr momentan am deutschen Aktienmarkt: Der DAX bewegt sich seit Tagen nur noch seitwärts. Auch heute tat sich der deutsche Leitindex schwer. Er ging mit einem Minus von 0,3 Prozent bei unter 15.500 Punkten aus dem Handel. Zeitweise hatte es sogar noch düsterer ausgesehen. Zu Handelsbeginn war der DAX bis auf 15.406 Punkte in die Tiefe gerauscht, konnte sich dann aber fangen und sogar zeitweise ins Plus drehen.

Von der Wall Street kam kein Rückenwind. Der Dow Jones verlor in den beiden ersten Handelsstunden 0,2 Prozent. Gestern hatte der US-Standardwerte-Index noch ein Rekordhoch erreicht. Der Dow Jones markierte einen neuen Höchststand von 35.669 Punkten.

Ernüchternde Quartalsbilanzen

Enttäuschende Geschäftszahlen von Konzernen wie IBM oder Tesla haben die Wall Street ausgebremst. "Vorsicht ist das Motto des Tages", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Aktien von IBM fielen um sieben Prozent, nachdem der IT-Konzern einen Quartalsumsatz unter Markterwartungen bekanntgegeben hatte.

Rückt der Evergrande-Kollaps näher?

Zudem gab es schlechte Nachrichten aus China. Der hoch verschuldete Konzern China Evergrande erklärte den milliardenschweren Verkauf seiner Dienstleistungssparte Evergrande Property Services an den Konkurrenten Hopson für gescheitert und sorgte dafür wieder für Unruhe unter den Anlegern. Aktien von Evergrande und Evergande Property brachen daraufhin in Hongkong ein.

"Der geplatzte Deal macht es immer unwahrscheinlicher, dass Evergrande in letzter Minute ein Kaninchen aus dem Hut zaubern kann", sagte der Anwalt eines Gläubigers des Immobilienkonzerns. Da die Nachfrist für versäumte Zinszahlungen auslaufe, stellten sich die Leute auf eine Pleite des Unternehmens ein. Evergrande ist mit 300 Milliarden Dollar verschuldet. Der chinesische Vizeministerpräsident Liu He betonte, die Risiken im Immobiliensektor seien kontrollierbar.

Hohe Energiepreise dürften Firmengewinne drücken

Für Europas Börsen bleiben die hohen Energiepreise ein Problem. "Anleger sorgen sich, dass die jüngsten Preisanstiege auf dem Energiemarkt nicht ohne Einbußen in den Unternehmensgewinnen und damit auch im Wirtschaftswachstum vorüber gehen werden", meint Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg zeitweise auf ein Drei-Jahres-Hoch von 86,10 Dollar je Barrel (159 Liter), bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Am Nachmittag verbilligt sich der Ölpreis um 1,2 Prozent auf 84,78 Dollar. Experten erwarten allerdings keine größeren Rücksetzer, da das Angebot der Nachfrage weiter hinterherhinke.

Erdgas und Strom in den USA viel billiger

"Die USA klagen zwar ebenfalls über hohe Energiepreise, verglichen mit Deutschland ist das aber Jammern auf hohem Niveau", betont Experte Stanzl von CMC Markets. "Die US-Erdgaspreise liegen nur bei einem Viertel dessen, was hierzulande bezahlt werden muss. Eine Kilowattstunde Strom kostet in den USA umgerechnet zwölf Euro-Cent und damit nahezu nur ein Drittel des deutschen Preises." Mit anderen Worten: Die hohen Energiepreise in dürften die Umsätze und Gewinne der deutschen Unternehmen weitaus stärker belasten als es in den USA zu befürchten ist.

Zu viele Bullen im Markt?

Ein weiteres Alarmsignal ist eine aktuelle Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII). Demnach ist der Anteil der "Bullen", also der optimistisch gestimmten Anleger, binnen nur einer Woche von 37,9 auf 46,9 Prozent in die Höhe geschnellt. Ein so großer Bullen-Anteil spiegelt beginnende Euphorie wider. Und Euphorie hat den Märkten noch nie gut getan. Denn sind die Anleger schon über die Maßen optimistisch gestimmt, so sind sie auch in der Regel bereits investiert. Woher sollen dann aber wiederum die Käufer kommen, die es braucht, um die Märkte weiter nach oben zu treiben?

Nach einer kurzen Verschnaufpause setzt Bitcoin erneut zum Sprung auf ein Rekordhoch an. Die Cyber-Devise steigt um ein Prozent auf 66.647 Dollar, nachdem sie gestern mit fast 67.000 Dollar die vorangegangene Bestmarke vom April übertroffen hatte.

"Der Risikoappetit scheint nur schwer zu bändigen", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. "Vor allem Privatanleger haben Angst, die Rally zu verpassen."

Der Euro hat seine frühen Gewinne eingebüßt und ins Minus gedreht. Zur Stunde notiert die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1641 Dollar 0,1 Prozent im Minus. Immerhin: Seit ihrem Mitte Oktober markierten Tief bei 1,1523 Dollar hat sie deutlich Boden gutmachen können.

Der Goldpreis tendiert seitwärts. Aktuell kostet eine Feinunze Gold 1782 Dollar. "Der Goldpreis kommt damit der psychologisch wichtigen 1800-Dollar-Marke und den charttechnisch wichtigen 100- und 200-Tage-Linien nahe. Diese dürften jedoch schwer zu überwinden sein", meint Daniel Briesemann, Rohstoff-Experte der Commerzbank.

Unterstützung erhalte Gold vom weiter schwächelnden US-Dollar sowie von Kommentaren verschiedener Fed-Vertreter, die kurzfristigen Zinserhöhungen eine Absage erteilt haben.

Die deutsche Autoindustrie will einem Pressebericht zufolge den Kartendienst Here an die Börse bringen. Dies solle über die Verschmelzung mit einer Zweckgesellschaft, einem sogenannten SPAC (Special Purpose Acquisition Company) zu einer hohen Bewertung geschehen, berichtet das "Manager-Magazin" unter Berufung auf Beteiligte.

Die Eigentümer, zu denen vor allem BMW, Daimler und die VW-Tochter Audi zählen, hätten dazu über den Aufsichtsrat ihr Okay gegeben, fast alle Details seien geklärt. Sie erwarteten in etwa eine Verdoppelung der Einstiegsbewertung.

Der Walldorfer Softwareriese SAP hat das Tempo bei der Verlagerung seines Kerngeschäfts in die Cloud erhöht. Die für die kommenden zwölf Monate vertraglich zugesicherten Clouderlöse mit dem Flaggschiffprodukt S/4Hana Cloud stiegen im dritten Quartal währungsbereinigt um 58 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Er rechne mit einer weiteren Beschleunigung, sagte Finanzchef Luka Mucic.

Die Erholung der Gastronomie hat dem Großhandelskonzern Metro ein starkes Schlussquartal beschert. Die Umsätze stiegen im vierten Quartal (per Ende September) um 9,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro und lagen damit deutlich über dem Niveau von vor der Pandemie. Damit übertraf Metro die Erwartungen der Analysten deutlich.

Der Pharmakonzern Novartis und das Biotechunternehmen BioNTech haben eine neue Produktionsvereinbarung geschlossen. Wie Novartis heute mitteilte, werde man die Abfüllung und Fertigstellung des mRNA-basierten Corona-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech ausweiten. Novartis werde die sterilen Produktionsanlagen am Standort Ljubljana in Slowenien für die Abfüllung von mindestens 24 Millionen Dosen im Jahr 2022 nutzen.

Der Internet-Bezahldienst PayPal plant Medienberichten zufolge eine milliardenschwere Übernahme der Online-Pinnwand Pinterest. PayPal will demnach den Kauf bis Anfang November unter Dach und Fach bringen und soll 70 Dollar je Pinterest-Aktie geboten haben. Mit dem daraus resultierenden Kaufpreis von insgesamt 45 Milliarden Dollar wäre der Deal die bisher größte Übernahme einer Social-Media-Firma.

Trotz der globalen Chipkrise und Lieferproblemen hat der US-Elektroautobauer Tesla im dritten Quartal so viel verdient wie noch nie zuvor in einem Vierteljahr. In den drei Monaten bis Ende September stieg der Gewinn im Jahresvergleich um 389 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um 57 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Dollar.

Das IT-Infrastrukturgeschäft von IBM hat dem Traditionsunternehmen noch kurz vor seiner Abspaltung die Bilanz verhagelt. In der Sparte für globale Technologie, die nach der Abspaltung im kommenden Monat Kyndryl heißen soll, fiel der Umsatz im vergangenen Quartal um 4,8 Prozent auf 6,15 Milliarden Dollar. Unterm Strich fiel der Gewinn konzernweit um ein Drittel auf 1,1 Milliarden Dollar. Hier schlugen die Kosten der Trennung von Kyndryl mit 500 Millionen Dollar zu Buche.

Adblock test (Why?)


Kaum Bewegung an der Börse: Die Luft im DAX ist raus | tagesschau.de - tagesschau.de
Read More

No comments:

Post a Comment

Erneut viele Proteste gegen Rechtsextremismus in Niedersachsen - NDR.de

Stand: 01.02.2024 13:31 Uhr Wegen des Treffens von Rechtsextremisten in Potsdam haben in Niedersachsen Hunderttausende gegen Rechtsextremi...