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Monday, October 4, 2021

Facebook-Dienste: Nichts geht mehr bei Zehntausenden | tagesschau.de - tagesschau.de

Stand: 04.10.2021 20:44 Uhr

Die Netz-Dienste WhatsApp, Instagram und Facebook sind von einer massiven Störung betroffen. Zehntausende User meldeten Ausfälle. Die Gründe sind noch unklar. Facebook teilte mit, an der Behebung des Problems zu arbeiten.

Bei einem ungewöhnlich großen Ausfall sind gleich mehrere Dienste des Facebook-Konzerns vom Netz gegangen. Neben der eigentlichen Facebook-Plattform sind auch der Chatdienst WhatsApp und die Foto-App Instagram für viele Nutzer nicht zu erreichen.

Auf der Webseite für Störungsmeldungen downdetector.com wurden mehr als 50.000 Vorfälle in Zusammenhang mit den populären Apps des Facebook-Konzerns berichtet.

Facebook-Sprecher Andy Stone entschuldigte sich via Twitter und versicherte, dass das Online-Netzwerk an der Entstörung arbeite. "Wir sind uns bewusst, dass einige Leute derzeit Probleme mit WhatsApp haben." Man arbeite an einer Lösung und werde hierzu so bald wie möglich ein Update geben.

Wohl keine Cyberattacke

Ursachen für die Probleme wurden bislang nicht genannt. Zwei namentlich nicht genannte IT-Sicherheitsexperten von Facebook sagten der "New York Times", eine Cyberattacke als Auslöser der Probleme erscheine unwahrscheinlich. Denn die Technologie hinter den einzelnen Apps des Konzerns sei zu unterschiedlich, um sie mit einer Cyberattacke alle gleichzeitig offline zu bringen. Dem Blatt zufolge fiel auch das interne Kommunikationssystem bei Facebook aus.

Wegen der Störung schlug die Stunde für den Twitter, weil sich viele Menschen über den Kurznachrichtendienst über den Ausfall austauschten. Der Facebook-Konkurrent war sich dessen bewusst und twitterte über seinen Account: "Willkommen buchstäblich alle".

DNS könnte das Problem sein

In einer Fehlermeldung auf der Facebook-Website war von einem Problem mit dem Domain Name System (DNS) die Rede. Dieser Dienst sorgt unter anderem dafür, dass mit Buchstaben eingetippte Website-Namen in die IP-Adressen übersetzt werden, damit diese angesteuert werden können.

Der Technik-Chef des Cloud-Dienstleisters Cloudflare, John Graham-Cumming, verwies darauf, dass Nutzer und auch Software weiterhin versuchten, Facebook-Dienste anzusteuern. Das sorge für einen massiven Anstieg der Auslastung anderer DNS-Dienste, schrieb er bei Twitter.

Nicht zum ersten Mal

DNS-Störungen passieren immer wieder mal. So hatte eine davon im Juli dafür gesorgt, dass zahlreiche Websites zeitweise nicht erreichbar waren. Auslöser waren damals Probleme beim Web-Dienstleister Akamai. Die Zentralisierung der Netz-Infrastruktur bei großen Anbietern sorgt dafür, dass der Ausfall bei einer Firma gleich viele Dienste und Websites vom Netz reißen kann.

Auch Anfang Juni waren bereits zahlreiche Websites weltweit nach einer Störung beim Cloud-Dienst Fastly rund eine Stunde nicht erreichbar gewesen. Damals betroffen waren unter anderem die Seite der britischen Regierung, die Plattform Reddit sowie die Nachrichtenportale des "Guardian", der "New York Times", der "Financial Times" und der französischen Zeitung "Le Monde".

Bei Facebook hatte es im Frühjahr 2019 einen großflächigen Ausfall gegeben, der dem Konzern zufolge auf einen Fehler bei der Server-Konfiguration zurückging.

Facebook unter Druck

Facebook hat aktuell nicht nur mit technischen Problemen zu kämpfen. Eine frühere Mitarbeiterin hat sich nach einer Reihe von Enthüllungen über den Konzern als wichtigste Quelle zu erkennen gegeben. Die 37-jährige Frances Haugen wirft Facebook vor, die Gesellschaft zu spalten, so Gewalt zu verursachen und alles aus dem einzigen Beweggrund: Geld zu verdienen.

Die Whistleblowerin soll am Dienstag vom US-Kongress dazu befragt werden.

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