
In weiten Teilen Bayerns hat es am Dienstagabend erneut heftige Unwetter mit Hagel und Starkregen gegeben. Besonders stark war der Süden des Freistaats betroffen. Der Deutsche Wetterdienst hatte die Unwetter am Dienstag vorhergesagt.
Oberland: Vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume
Ein Sprecher der Polizei in Rosenheim berichtete von vollgelaufenen Kellern und Bäumen, die auf Straßen und Autos gestürzt waren. "Beinahe minütlich kommen hier Anrufe rein", sagte er. Einen genauen Überblick über mögliche Schäden gab es dort zunächst nicht.
Auch in München sind Berufs- und Freiwillige Feuerwehr seit 17 Uhr zu rund 70 unwetterbedingten Einsätzen ausgerückt. Das erklärte ein Sprecher der Branddirektion auf Nachfrage des BR. Gründe waren hier ebenso wie in Rosenheim vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, heruntergefallen Äste und unter Wasser stehende Straßen. Größere Schäden sind bislang nicht bekannt. Laut Polizei ist in der Nähe des Ostbahnhofs ein Baugerüst auf einen Pkw gefallen. Das Auto wurde dabei beschädigt, verletzt wurde niemand.
Streckensperrungen im oberbayerischen Bahnverkehr
Das Unwetter sorgte auch für massive Zugausfälle und Behinderungen auf den Bahnstrecken. DB Regio meldete beispielsweise die Einstellung des Regionalverkehrs zwischen München und Landshut wegen Unwetterschäden (Stand 19.05 Uhr). Auch die Strecke zwischen München und Ingolstadt wurde gesperrt - wegen Unwetterschäden zwischen Reichertshausen und Petershausen (Stand 18.05 Uhr).
Unwetter legen auch Fernverkehr der Bahn lahm
In viele Teilen Bayerns und auch in Baden-Württemberg haben die Unwetter Bahnstrecken unterbrochen. Betroffen waren Verbindungen zwischen Stuttgart und München, Stuttgart und Nürnberg, zwischen Erfurt, Nürnberg und München, zwischen Fulda und München sowie zwischen Frankfurt/Main und Passau. Die Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von und nach Amsterdam, Brüssel, Innsbruck und Wien fallen aus, wie die Bahn mitteilte.
Noch verkehrende Fernzüge seien teilweise sehr voll. Dafür werde um Verständnis gebeten, hieß es bei der Bahn. Reisende wurden gebeten, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.
Schon im Laufe des Tages hatten Fernzüge zeitweise wegen der Unwetterschäden nicht am Hauptbahnhof in Stuttgart gehalten. Auf mehreren Strecken blieb der Regionalverkehr nach Stuttgart stehen.
Einschränkungen bei ÖPNV im Raum München
Ebenso kam es im gesamten Netz der S-Bahn München wegen Unwetterschäden und umgestürzten Bäumen zu teils erheblichen Verspätungen und Teilausfällen. Bäume in der Oberleitung zwischen Puchheim und Geltendorf beeinträchtigten den S-Bahnverkehr auf der Linie der S 4 in beiden Richtungen. Nach einem Blitzschlag kam es auch zu technischen Störungen an Signalen auf der Linie S 1 auch bei der S 2 gab es Probleme. Über die aktuelle Lage bei der S-Bahn München informiert die Bahn hier.
Polizei Augsburg: "Bei uns stapeln sich die Notrufe"
Auch Schwaben war am Dienstagabend von einem orkanartigen Unwetter betroffen - das mit riesigen Hagelkörnern, Starkregen von 25 bis 40 Litern pro Quadratmeter und Sturmböen über dem Regierungsbezirk wütete. "Bei uns stapeln sich die Notrufe", sagte ein Beamter in der Einsatzzentrale in Augsburg. "Chaos überall in unserem Schutzgebiet".
Laut eines Sprechers der Berufsfeuerwehr Augsburg sind im Stadtgebiet durch die schweren Gewitterböen vor allem Bäume umgestürzt. In der Donauwörther Straße war ein Baum laut Feuerwehr auf das Dach einer Tankstelle gestürzt. Im Stadtteil Lechhausen beschädigten Bäume auch Autos. Alle Freiwilligen Feuerwehren in Augsburg waren am Dienstagabend im Einsatz. Einen genauen Überblick gibt es noch nicht.
Streckensperrungen auch bei der Bahn in Schwaben
Ebenso wie in Oberbayern sind auch in Schwaben mehrere Bahnstrecken von dem Sturm betroffen. So wurde der Zugverkehr auf mehreren Strecken eingestellt, unter anderem zwischen Kempten und Ulm. Dort, wo die Strecken bereits wieder frei sind, kommt zu massiven Verspätungen. Infos zur Lage veröffentlicht die Bahn auf dieser Internetseite.
Auch die Einsatzzentrale der Polizei in Kempten bestätigte umgestürzte Bäume und Unwetterschäden für das Allgäu. In Lindau am Bodensee wurde bei einem Unwetter die Anlage einer Gartenschau beschädigt, wie die Veranstalter mitteilten. Demnach knickten Äste von Bäumen ab, stürzten Bauzäune um und gingen Türen von Gewächshäusern zu Bruch. Die Schau sollte am Mittwoch jedoch wie geplant öffnen können.
Viele Feuerwehreinsätze in Mittel- und Unterfranken
Ebenso wenig blieb Unterfranken am Dienstagabend von der Gewitterfont verschont. Gegen 18 Uhr meldete die Integrierte Leitstelle (ILS) Untermain in Aschaffenburg 25 Feuerwehreinsätze am gesamten Untermain. Schwerpunktmäßig seien der Kahlgrund sowie die Gegend um Stockstadt und Wörth am Main betroffen.
Die Integrierte Leitstelle in Würzburg berichtet von 31 Einsätzen ab 17 Uhr. Am meisten konzentrierten sich die Einsätze in Lohr am Main, im Landkreis Main-Spessart. Doch bereits um 18.15 Uhr hatte der Sprecher der Leitstelle eine vorsichtige Entwarnung ausgegeben was die Unwettersituation betraf.
Aus Mittelfranken wurden bis zum frühen Abend etwa 80 Sturm-bedingte Einsätze gemeldet. Insbesondere das Gebiet um Dinkelsbühl und der Landkreis Ansbach waren hier betroffen. In Neustadt a.d. Aisch und Bad Windsheim war es laut der dortigen Integrierten Leitstelle noch ruhig. Die Einsätze beschränkten sich aber auf ein paar wenige umgestürzte Bäume und vereinzelt vollgelaufene Keller. Zu größeren Einsätzen sei es bislang nicht gekommen, wie es hieß.
Die Lage in Oberfranken schien dagegen am Abend noch relativ ruhig zu sein. Im Raum Bamberg gab es nur vereinzelte Einsätze, für das ILS-Gebiet Coburg wurde bislang nur ein umgestürzter Baum gemeldet - der Raum Bayreuth/Kulmbach "warte" auf das Unwetter, wie es auf Nachfrage des BR hieß.
Erneut heftiges Unwetter in Bayern - Viele Bahnstrecken gesperrt - BR24
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